Zum Glauben bereit
Lass dich nicht durch irgendwelche Vorurteile gegen geistige Begriffe davon abschrecken, dich ehrlich zu fragen, was sie dir bedeuten. Mehr als Bereitschaft zu fragen, brauchten wir zu Beginn nicht. Wir konnten geistig wachsen und unsere erste bewusste Verbindung zu Gott, wie wir ihn verstehen, herstellen.
Später entdeckten wir bei uns selbst, dass wir vieles bekamen, was zuvor außer Reichweite lag. Das nannten wir Wachstum. Wenn wir wachsen sollten, mussten wir irgendwo beginnen. Darum machten wir uns zunächst unsere eigene, sehr bescheidene Vorstellung von Gott.
Wir brauchten uns nur die einfache Frage zu stellen: "Glaube ich jetzt, oder bin wenigstens bereit, an eine Kraft, größer als ich, zu glauben?"
Sobald jemand zugeben kann, dass er glaubt, wenn auch nur ganz klein wenig, oder dass er bereit ist zu glauben, können wir ihm versichern, dass er auf dem richtigen Weg ist.
Lg. Hans g24h
Hallo Erwin wir wünschen dir alles gute zu deinem AA-Geburtstag,
noch viele gute 24h.
Lg. Renate und Hans
Nach den "Flitterwochen"
Die meisten von uns erleben die erste Zeit bei den A.A. wie Flitterwochen. Sie haben einen neuen und wahren Grund zum Leben gefunden und erfreuen sich vielfältiger Aktivitäten. Eine Zeitlang werden sie von den Problemen des Lebens abgelenkt. Das alles ist nur zu ihrem Besten.
Eines Tages gehen die Flitterwochen zu Ende, und wir müssen uns wieder wie normale Menschen benehmen. Jetzt beginnen die Prüfungen. Vielleicht hat uns die Gruppe schon in die Seile geboxt. Vielleicht sind die Schwierigkeiten zu Hause oder in unserer Umgebung größer geworden. Die alten Verhaltensweisen tauchen wieder auf. In dem Maße, wie wir sie erkennen und mit ihnen fertig werden, stellen wir unsere eigenen Fortschritte fest.
Kluge Leute haben es immer gewusst: Kein Mensch kann etwas aus seinem Leben machen, bevor die Selbsterforschung nicht zur Gewohnheit wird und er alles, was er findet, zugeben und annehmen kann und ehe er nicht geduldig und beharrlich versucht, alle Fehler zu korrigieren.
Lg. Hans g24h
Ich machte eine Liste aller Personen denen ich Schaden zugefügt hatte…..
Wenn ich erst einmal zum achten Schritt vorgedrungen bin, bin ich so weit, dass ich an meiner Beziehung arbeiten kann. Das beginnt damit, dass ich eine Liste erstelle, die ich auf irgendeiner Weise verletzt oder beleidigt habe. Ich achte darauf wo und wie ich was falsch gemacht habe. Ich stehe zu meinen Verhalten. Jetzt, wo ich im Begriff bin, gesund zu werden, muss ich den anderen helfen, damit auch sie mit sich selbst ins Reine kommen können. Meine Liste muss so vollständig wie möglich sein. Sobald mein Heilungsprozess Fortschritte macht, werden mir noch andere einfallen, denen ich weh getan habe. Ich trage sie ebenfalls auf die Liste ein. Dadurch werde ich auch schneller weiterkommen in meinem jetzigen gesunden denken. Ich darf nicht vergessen: Diesen Schritt mache ich für mich selber. Er soll dazu beitragen, dass ich nüchtern bleibe. Mein bemühen gehört zum achten Schritt dazu, ich muss bereit sein, die alte Vergangenheit aufzuarbeiten und loszulassen.
Lg. Hans G24h
Leute wie wir haben seit Jahrtausenden immer mehr Sicherheit, Prestige und Verehrung gefordert, als ihnen zustand. Wenn wir scheinbar Erfolg hatten, tranken wir, damit der Traum noch großartiger wurde. Bei der geringsten Enttäuschung tranken wir, um zu vergessen. Es gab nie genug von dem, was wir nach unserer Meinung brauchten. Alle unsere manchmal sogar ernst gemeinten Bemühungen scheiterten an fehlender Demut. Wir wussten nicht, dass charakterliche und spirituelle Werte Vorrang haben müssen und dass die Befriedigung der materiellen Wünsche nicht der Sinn des Lebens ist.
Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen, S. 67
Immer und immer wieder nahm ich den Siebten Schritt in Angriff, nur um wieder zurückzufallen und neu anzufangen. Irgendetwas fehlte, und die Tragweite des Siebten Schrittes entging mir. Was hatte ich übersehen? Es war nur ein einziges Wort, das ich gelesen, aber außer Acht gelassen hatte, das jedoch die Basis aller Schritte darstellt, ja sogar des gesamten Programms der Anonymen Alkoholiker - dieses Wort heißt „demütig“. Nun verstand ich meine Fehler: Ich schob ständig Dinge vor mir her; wurde leicht wütend; empfand zu viel Selbstmitleid und dachte: Warum ich? Dann erinnerte ich mich an das Sprichwort „Hochmut kommt vor dem Fall“ und verbannte den Stolz aus meinem Leben.
Aus dem Buch „Heute. Gedanken zum Tag“ (Originaltitel: Daily Reflections).
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LG. Hans g24h
Selten haben wir jemanden gesehen, der gescheitert ist, obwohl er unseren Weg gewissenhaft gegangen war. Nicht zur Genesung gelangen diejenigen, die sich nicht ganz in dieses einfache Programm einbringen können oder wollen. Meist sind es Männer und Frauen, die aus ihrer Veranlagung heraus sich selbst gegenüber nicht ehrlich sein können. Solche Unglücklichen gibt es. Es ist nicht ihre Schuld. Es scheint, als seien sie so geboren. Sie sind von Natur aus nicht in der Lage eine Lebensweise anzunehmen und für sich zu entwickeln, die eine absolute Ehrlichkeit verlangt. Ihre Genesungschancen liegen unter dem Durchschnitt. Darüber hinaus gibt es auch Menschen die unter ernsten Störungen in ihrem Denken und Fühlen leiden. Dennoch genesen viele von ihnen, wenn sie die Fähigkeit haben ehrlich zu sein.
Unsere Lebensgeschichten offenbaren, wie wir waren, was geschah und wie wir heute sind. Wenn Sie sich darüber klar geworden sind, dass Sie das haben wollen, was wir heute besitzen, und wenn Sie willens sind, den ganzen Weg zu gehen, um es zu bekommen, dann sind Sie auch bereit, dafür gewisse Schritte zu tun. Vor manchen scheuten wir zurück. Wir dachten, wir könnten einen bequemeren Weg finden. Aber das ging nicht. Ernsthaft und eindringlich bitten wir Sie, von Anfang an furchtlos und gründlich zu sein. Einige von uns hatten versucht, an alten Vorstellungen festzuhalten: Das Resultat war gleich Null, bis wir kapitulierten. Denken Sie daran, dass wir es mit Alkohol zu tun haben - Er ist verschlagen, trügerisch, mächtig! Ohne Hilfe ist es viel zu schwer für uns. Aber es gibt Einen, der alle Kraft hat - Und das ist Gott. Mögen Sie Ihn jetzt finden! Halbe Sachen nützten uns nichts. Wir standen am Wendepunkt. Hingebungsvoll baten wir Ihn um seinen Schutz und seine Hilfe.
Lg. Hans G24h
Die einzige Voraussetzung
Die Dritte Tradition spricht jedem Problem Trinker ungefähr so an:
"Du bist ein A.A, wenn du es sagst. Du kannst seinen Zutritt zu unserer Gemeinschaft selbst erklären; niemand kann dich ausschließen. Es ist unwichtig wie tief du gesunken bist, wie schwer deine emotionellen Störungen sind, selbst, welche verbrechen du begangen hast. Wir möchten dich nicht ausschließen, wir möchten dir die gleiche Chancen zur Nüchternheit geben, die auch uns gegeben waren.“
Wir möchten niemandem die Chance der Genesung vom Alkoholismus vorenthalten. Wir heißen jeden willkommen, wir sind nicht wählerisch.
Lg. Hans g24h
Demütig bat ich ihm, meine Mängel von mir zu nehmen.
Der Demütige lässt sich gerne helfen, der Stolze will alles selber tun. Mein Demütiges ICH ist ganz tief überzeugt, dass meine Willenskraft versagt hat, das ich mich aber auf meine AA-Freunde verlassen kann. In diesen Augenblick, in dem ich einen Berg von Schwierigkeiten und Versprechungen vor mir herschiebe, um sie einmal später einmal zu lösen, verlasse ich mich ganz auf mich selber und ich komme auch nicht weiter. In dem Augenblick an dem ich selber zugebe, dass ich aus eigener Kraft mit meinen Leben nicht mehr fertig werde, öffne ich mich in meiner Gruppe oder meiner Höheren Macht. Wo die Not am größten ist, ist die Hilfe der Gruppe oder AA-Freunden am nächsten. Demut hat mit MUT zu tun. Ein bisschen mehr Achtung vor den Mitmenschen habe ich gelernt. Ich selber durfte vom hohen Ross heruntersteigen, oder ich wurde unsanft herunter geholt. Auch durfte ich lernen, dass einen Macht grösser als wir selbst mir meine Geistige Gesundheit zurückgegeben hat.
Lg. Hans G24h
Als ich zu AA kam, unsicher, mutlos, hilflos und verzweifelt, da hatte ich nur einen Gedanken, nur einen Wunsch. ICH WOLLTE LEBEN denn halb Tod war ich bereits. Ich konnte nicht mehr schreiben, nicht mehr denken und reden ging schon gar nicht. Was konnte ich überhaupt noch? Nichts, absolut Nichts. Ich habe fast andächtig jedes Wort der sogenannten Alten wie eine Verheißung erlebt. Ich habe ihnen jedes Wort, jedes Detail ohne Abstriche bedingungslos geglaubt. Es waren die Lebensgeschichten eines jeden einzelnen, ihre so verschiedenen Wege in ihr neues trockenes Leben.
Es waren nicht die professionell erklärten 12 Schritte oder auch unsere Traditionen die mir dabei geholfen haben,
zuzugeben, ja es zu können. Ich bin dem Alkohol gegenüber machtlos und kann mein Leben nicht mehr meistern.
Es war die Botschaft aller Freundinnen & Freunde
Die kleinen und kleinsten Erfolge der Freundinnen & Freunde und oft auch ihre Niederlagen, ihre Enttäuschungen darüber es mal wieder nicht geschafft zu haben und dann doch wieder aufzustehen, waren für mich Erfahrung, Kraft und Hoffnung zum anfassen, immer greifbar präsent. Sie machten einfach nur Mut. Das erste Glas stehen lassen, Nur für Heute, trocken werden, trocken bleiben, lebensfähig werden, mein Leben wieder meistern können. Alles geballte Erfahrung, Kraft und Hoffnung. Es war die Botschaft, die mir Mut machte, die mir Hoffnung gab, die mich immer wieder neu, von Meeting zu Meeting fähig machte, meine Hoffnungslosigkeit, meine Traurigkeit in Hoffnung, Mut ja auch De-Mut umzuwandeln. Heute kann ich all diese positiven Lebensgeschichten fast auswendig wiederholen, so oft habe ich sie immer und immer wieder gehört und sie faszinieren mich immer noch. Doch noch etwas ist mir in den Jahren wichtig geworden, unsere Neuen, unsere noch ganz am Anfang stehenden Freundinnen und Freunde. Sie sind für mich mehr und mehr wichtig geworden. Ihre ersten Gehversuche, ihr kämpfen, ihr krampfen, ihr immer wieder aufstehen, alles aber auch alles ist eingebettet in dem so wichtigen Satz.
DER AUFRICHTIGE WUNSCH MIT DEM TRINKEN AUFZUHÖREN
Gerade diese Freundinnen und Freunde, die noch so oft über gefüllte Gläser geredet haben, die es mal wieder nicht geschafft hatten, die noch kämpften und krampften, zeigten mir immer wieder gnadenlos deutlich wie ich selber mal angefangen habe.
HILFLOS MUTLOS VERZWEIFELT OHNE HOFFNUNG:
Sie sind mir heute fast noch wichtiger als die sogenannten Alten. Sie helfen mir dabei, dass ich nicht anfange zu fliegen, sie machen mich immer wieder Dankbar, ja De-Mutig.
Sie erinnern mich wieder daran, AA braucht mich nicht, aber ich brauche AA. Ich möchte an dieser Stelle allen noch am Anfang stehenden meinen Dank sagen, denn auch für sie kommt der Tag an dem sie nicht mehr kämpfen müssen und somit die Chance haben zu gewinnen. Es ist wohl die Gnade oder auch das Wunder der Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker, die wir alle, Jung und Alt jeden Tag immer wieder neu erleben dürfen.
Nun wünsche ich dir Mut deinen ersten Schritt zu wagen, schau dir einmal ein Meeting an.
Lg. Hans G24h
Wir meinen, dass niemand mit der Spiritualität des Programms Schwierigkeiten zu haben braucht. Bereitwilligkeit, Ehrlichkeit und Aufgeschlossenheit sind die Grundvoraussetzungen der Genesung. Diese sind unabdingbar.
Anonyme Alkoholiker, S. 428
Bin ich ehrlich genug, mich selbst so zu akzeptieren, wie ich bin, und anderen dieses Ich zu zeigen? Bin ich bereit, den ganzen Weg zu gehen, alles Nötige zu tun, um nüchtern zu bleiben? Bin ich offen genug zu hören, was ich hören, zu denken, was ich denken, und zu fühlen, was ich fühlen soll? Wenn ich diese Fragen mit „Ja“ beantworten kann, weiß ich genug über die Spiritualität des Programms, um trocken zu bleiben. Wenn ich weiterhin in den Zwölf Schritten arbeite, gelange ich zum Kern wahrer Nüchternheit: Gelassenheit mit mir selbst, mit anderen und mit Gott, so wie ich ihn verstehe.
Aus dem Buch „Heute. Gedanken zum Tag“ (Originaltitel: Daily Reflections).
© 2019 Alcoholics Anonymous World Services, Inc. Alle Rechte vorbehalten.
Lg.Hans