Den Blick nach außen richten
Besonders bitten wir darum, von Eigenwillen frei zu bleiben und hüten uns auch davor, nur für uns selbst etwas zu erbitten. Das können wir allenfalls, wenn dadurch anderen geholfen wird. Aber wir vermeiden es, selbstsüchtig für unsere eigenen Ziele zu beten.
Anonyme Alkoholiker, S. 101
Als noch trinkender Alkoholiker ließ ich Selbstsucht zügellos in meinem Leben überhandnehmen. Ich war so sehr meinem Trinken und anderen selbstsüchtigen Angewohnheiten verhaftet, dass andere Menschen und moralische Prinzipien erst an zweiter Stelle kamen. Wenn ich heute eher für das Wohl anderer als für meine eigennützigen Ziele bete, übe ich mich darin, alte selbstsüchtige Neigungen abzulegen; darum sorge ich für meine Gefährten und bereite mich auf den Tag vor, an dem von mir verlangt werden wird, von allen irdischen Bindungen zu lassen.
Aus dem Buch „Heute. Gedanken zum Tag“ (Originaltitel: Daily Reflections).
© 2019 Alcoholics Anonymous World Services, Inc. Alle Rechte vorbehalten
Lg. Hans
Wir haben gelernt, dass wir in unserem tiefsten Inneren rückhaltlos zugeben mussten, Alkoholiker zu sein. Das ist der erste Schritt zur Genesung.
Der Wahn, dass wir wie andere sind oder je wieder werden könnten, muss zerschlagen werden. Wir Alkoholiker sind Männer und Frauen, die die Fähigkeit verloren haben, kontrolliert zu trinken. Wir wissen, dass kein Alkoholiker jemals wieder kontrolliert trinken kann. Wir alle durchlebten Zeiten, in denen wir meinten, die Kontrolle wiedererlangt zu haben. Auf solche meistens kurzen Intervalle folgte unweigerlich ein noch größerer Kontrollverlust, der nach einiger Zeit zu einem erbärmlichen, unfassbaren Verfall führte. Bei uns gibt es keinen Zweifel, dass Alkoholiker wie wir in der Gewalt einer fortschreitenden Krankheit sind, die immer schlimmer wird, aber niemals besser. Wir sind wie Menschen, die ihre Beine verloren haben; ihnen wachsen niemals neue. Genauso wenig scheint es irgendeine Art der Behandlung zu geben, die aus Alkoholikern „Normalverbraucher“ macht. Wir haben jede Möglichkeit der Heilung erprobt, die man sich nur vorstellen kann. In einigen Fällen gab es eine kurzzeitige Besserung, der immer ein noch schlimmerer Rückfall folgte. Ärzte, die sich mit dem Alkoholismus auskennen, stimmen in der Ansicht überein, dass es keine Möglichkeit gibt, aus einem Alkoholiker einen normalen Trinker zu machen. Vielleicht wird die Wissenschaft das eines Tages fertigbringen, aber so weit ist es noch nicht. Trotz allem, was wir sagen, wollen viele Alkoholiker nicht glauben, dass es auch auf sie zutrifft. Sie versuchen, auf jede nur mögliche Art der Selbsttäuschung und des herum Experimentierens sich selbst zu beweisen, dass sie die Ausnahme von der Regel – und somit keine Alkoholiker sind. Wenn jemand, der früher nicht kontrolliert trinken konnte, plötzlich eine Kehrtwendung zustande bringt und wie ein Gentleman trinken kann, dann ziehen wir unseren Hut vor ihm. Der Himmel weiß, wie lange und wie angestrengt wir versucht haben, so wie andere Leute zu trinken! Nachfolgend einige der Methoden, die wir ausprobiert haben: Nur Bier trinken, eine begrenzte Menge trinken, nie allein trinken, nie Frühmorgens trinken, nur zu Hause trinken, nie Alkohol im Haus haben, nie während der Dienstzeit trinken, nur auf Partys trinken, von Whisky auf Cognac übergehen, nur Naturwein trinken, bei Trunkenheit am Arbeitsplatz mit der Kündigung einverstanden sein, eine Reise unternehmen, keine Reise unternehmen, für immer abschwören (mit und ohne heiligem Eid), mehr Sport treiben, spannende Bücher lesen, in ein Entziehungsheim oder in ein Sanatorium gehen, freiwillig in eine geschlossene Anstalt gehen – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Lg. Hans G24h
Ehrlichkeit
Der verdrehte Wunsch, mieses Handeln nachträglich als gute Taten hinzustellen und all unser Tun ein bisschen zu beschönigen, ist die menschlichste aller menschlichen Eigenschaften. Solch trügerische Selbstherrlichkeit spielt bei dem kleinsten Gedanken und in der geringsten Handlung mit. Wenn wir täglich lernen, Fehler zu erkennen zuzugeben und zu korrigieren, gewinnen wir das Wesentliche für die Entwicklung unserer Persönlichkeit und damit ein gutes Leben.
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Die Täuschung anderer ist fast immer in Selbsttäuschung verwurzelt.
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Mit Gott allein sein, scheint weniger schwierig, als einem anderen Menschen gegenüberzusitzen. Solange wir uns nicht hinsetzen und laut über das sprechen, was wir so lange verborgen haben, ist unsere Bereitschaft, Hausputz zu halten, nur graue Theorie. Wenn wir einem anderen gegenüber ehrlich sind, beweisen
Lg. Hans G24h
50 Jahre
Anonyme Alkoholiker
Linz/OÖ
EINLADUNG
Samstag, 9. November 2024
Seminarzentrum
im Krankenhaus
der Barmherzigen Brüder
4020 Linz, Seilerstätte 2
9,30 Eintreffen
12,00-13,00 Mittagessen
Programm Nachmittag
13,00-14,30 Meeting Thema NUR FÜR HEUTE
15,00-16,30 Meeting Thema DANKBARKEIT
Lg. Hans G24h
GENESUNG
EINIGKEIT DIENST
Wichtig aber ist:
Dass ich selbst diesen Weg gehen will. Niemand kann ihn für mich gehen. Dass ich die Reihenfolge der Schritte einhalte, denn jeder weitere Schritt ist auf den vorausgehenden aufgebaut. Dass ich mir Zeit lasse, damit ich jeden Schritt ein bisschen bewusst erleben kann. Eile mit Weile. Dass ich mich immer wieder frage, ob ich diesen Schritt nur gelesen habe oder nach diesem Schritt zu leben versucht habe. Dass ich stets bereit bin, zu einem früheren Schritt zurückzukehren und die Arbeit nochmals aufzunehmen. Man durchläuft sie nicht nur einmal, um dann OBEN zu sein. Dass die Arbeit an den zwölf Schritten ein Lebensprogramm ist, versteht sich wohl von selber. Dass ich die zwölf Schritte nur an mir nicht am anderen anwende. Sobald ich versuche, sie bei anderen anzuwenden, weiche ich vom Programm ab. Das zwölf Schritte-Programm verspricht mir eine völlig neue Lebensweise. Aber ich wache nicht eines Morgens mit einer anderen Einstellung auf. Erst wenn ich mich wirklich damit auseinandersetze, ändert sich vieles. Die zwölf Schritte sind nur Hilfsmittel, (Empfehlungen) um das eigene Leben neu zu gestalten. Je öfter ich von einem Werkzeug Gebrauch mache, desto leichter ist es zu handhaben. Das gilt auch für unser AA-Programm. Ich muss genauso auf die Schritte vertrauen wie der Zimmermann auf sein Handwerkzeug. Wenn ich mich hinsetze und warte, wird alles beim Alten bleiben. Je rascher ich selber an mir arbeite, desto schneller kann ich gesund werden. Gerade heute will ich darauf achten, wie ich die zwölf Schritte am besten umsetzen kann. Wenn ich ein Problem habe, werde ich mir überlegen, auf welche Weise es mit Hilfe des Programms leichter zu lösen ist.
Lg. Hans G24h
Der elfte Schritt
Durch Gebet und Betrachtung suche ich den Kontakt mit GOTT so wie, ich IHN verstehe zu vertiefen. Ich bitte IHN, mir seinen Willen kundzutun und um die Kraft, ihn auszuführen Für mich ist dieser Schritt der schwerste Teil des A.A.-Programmes. Dieser Aufforderung zum täglichen Gebet und zur Meditation kann ich nur dann nachkommen, wenn ich spüre, dass sich ein gewisser Kontakt einstellt. Ein Kontakt, der mir sagt, dass ich keine Phrasen gegen die leere Wand spreche. Ein Kontakt, der meinen Glauben bestärkt, dass mein Leben und alles Geschehen um mich nach dem Willen Gottes ablaufen. Und diesen Kontakt kann ich leider nicht selbst herstellen. Manchmal vergehen Tage, Wochen oder sogar Monate, bis ich wieder dran bin. Und in dieser Zeit entstehen Zweifel. Ich weiß, dass ich mich vor diesen Zweifeln in Acht nehmen muss. Meine Gedanken laufen dann ungewollt in eine Richtung, die mich von Gott entfernt, statt näher zu bringen. Ich zerbreche mir den Kopf, weshalb in diesem Augenblick überall in der Welt noch Kinder verhungern. Ich frage, warum immer wieder Kriege mit ihren scheußlichen Grausamkeiten über unschuldige Menschen hinwegfegen, Ich ertappe mich bei der Sammlung von Argumenten, die alle g e g e n Gott sprechen.
Lg. Hans
Mehr Verständnis
Um mehr Alkoholiker erreichen zu können, müssen das Verständnis für die A.A. und die öffentliche Meinung über den A.A. besser werden. Es ist erforderlich, dass wir ein besseres Verhältnis zu Medizin, Religion, zu Arbeitgebern, Regierungsstellen, Gerichten, Gefängnissen, Heilstätten und zu allen Einrichtungen auf dem Gebiet des Alkoholismus schaffen. Wir brauchen noch mehr Wohlwollen von Redakteuren, Schriftstellern, von Fernsehen und Radio. Diese öffentlichen Informationskanäle müssen noch weiter geöffnet werden.
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Nichts ist für die Zukunft der Gemeinschaft der A.A. so bedeutungsvoll wie die Art und Weise, in der wir mit den gewaltigen Kommunikationsmitteln umgehen. Bei uneigennütziger und guter Nutzung werden die Resultate unsere derzeitigen Vorstellungen bei weitem übersteigen. Wenn wir uns dieser großartigen Instrumente falsch bedienen, werden wir durch die Selbstdarstellung unserer eigenen Leute gefährdet. Unser Schutz und Schild gegen diese Gefahr ist die Anonymität der A. A. in der Öffentlichkeit.
Lg. Hans G24h
Ich suche durch Gebet und Besinnung die bewusste Verbindung zu Gott-wie ich Ihn verstehe-zu verbessern.
Ich bat Ihn nur, seinen Willen für mich erkennen zu lassen und um die Kraft, ihn auszuführen. Als ich nicht mehr ein und aus wusste, habe ich gebetet. Irgendwie verspürte ich, als ich das erste Glas stehen lassen konnte, dass eine Macht stärker als ich, sich da eingeschaltet haben muss. Wenn ich mir heute geistig gesund fühle, dann glaube ich, dass mir jemand geholfen haben muss. Deswegen überkommt mir manchmal eine große Dankbarkeit. Ähnlich wie bei der täglichen Inventur ist auch hier die regelmäßige Praxis der Besinnung von Bedeutung. Wenn ich eine besonders schwere und aufregende Situation gerate, habe ich ja den Gelassenheitsspruch zur Hand. Viele Rückfälle beginnen wohl damit, dass man hier nachlässig wird und meint, diese Hilfe nicht nötig zu haben. Besinnung: Ich glaube die meisten von uns, denken viel über unsere wunderbare Rettung nach. Warum kam bei mir die Einsicht schneller als der Tod? Wie mein AA- Freund einmal meinte: Sogar das sinnlose Trinken hat einen Sinn bekommen. Denn hätte ich nicht durch diese Hölle gehen müssen, wäre ich nie zu AA gekommen. Wenn es mir gelingt am Abend eine Tages Inventur zu machen, dann wird es mir auch gelingen ein Bitt-oder Dankgebet zu sprechen.
Lg. Hans G24h
Ich bin verantwortlich:
Wenn irgendjemand irgendwo um Hilfe ruft, möchte ich,
dass die Hand der A.A. immer erreichbar ist,
denn ich bin verantwortlich. Al S. Toronto 1965
Lg. Hans
Der Herzschlag von AA
Ohne Einigkeit würde das Herz der Gemeinschaft aufhören zu schlagen; ...
Wie Bill es sieht, S. 133
Ohne Einigkeit wäre es mir nicht möglich, nur für heute in AA zu genesen. Wenn ich Einigkeit in unserer Gruppe, mit anderen AA-Mitgliedern und auf allen Gebieten dieser großen Gemeinschaft praktiziere, wird mir zutiefst bewusst, Teil eines Wunders zu sein, dass göttlich inspiriert wurde. Die Fähigkeit von Bill W. und Dr. Bob, zusammenzuarbeiten und das Programm an andere Mitglieder weiterzugeben, zeigt mir, dass es zu verschenken bedeutet, es zu behalten. Einigkeit heißt Einssein und doch ist die ganze Gemeinschaft für uns alle da.
Aus dem Buch „Heute. Gedanken zum Tag“ (Originaltitel: Daily Reflections).
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Lg. Hans