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Heute. Gedanken zum Tag“
Mi 10 Sep 2025 16:48
Wiedergutmachung
Darüber hinaus sollten wir völlig sicher sein, dass wir nichts aus Angst hinausschieben.

Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen, S. 82
Mut zu haben und nicht ängstlich zu sein sind Geschenke meiner Genesung. Sie geben mir Kraft, um Hilfe zu bitten und meine Wiedergutmachung mit Gespür für Würde und Demut fortzusetzen. Wiedergutmachung mag ein gewisses Maß an Ehrlichkeit verlangen, von der ich meine, dass sie mir fehlt; doch mit Gottes Hilfe und der Weisheit anderer kann ich in mich gehen und die Kraft zum Handeln finden. Meine Wiedergutmachungen mögen akzeptiert werden oder auch nicht – aber sobald ich sie geleistet habe, kann ich mit dem Gefühl der Freiheit und dem Wissen, dass ich für heute verantwortlich bin, aufbrechen.

Aus dem Buch „Heute. Gedanken zum Tag“ (Originaltitel: Daily Reflections).
© 2019 Alcoholics Anonymous World Services, Inc. Alle Rechte vorbehalten.
Lg. Hans


Aus der Sicht eines Alkoholikers aus 1973
Mo 8 Sep 2025 16:53


"NUR EIN GLAS KANNST DU DOCH TRINKEN!"
Aber wer zwingt mich denn, mit diesen Kollegen zu verkehren? Mir ist meine Nüchternheit so wichtig, dass ich auf jene paar Menschen verzichten kann, die für dieses Problem kein Verständnis aufbringen. Sie sind in der Minderzahl. Meistens sind wir Alkoholiker selbst schuld, wenn wir verschweigen, was die Umwelt aufklären würde. So spreche ich oft und unbefangen mit meinen Freunden und Vorgesetzten über mein Problem und über die Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker. Diesen und jenen habe ich schon zu einem offenen oder öffentlichen Meeting mitgenommen und alle zeigten sich sehr beeindruckt. Ganz von selbst ergab sich ein gegenseitiges Verstehen und Verzeihen. Verzeihen kann der Mensch erst, wenn er Einblick in. die Nöte und inneren Konflikte bekommt. Wenn er erkennt, dass die Beleidigung keiner menschlichen Gemeinheit oder Schlechtigkeit entsprungen ist, sondern einem unwiderstehlichen Zwang, der die Sucht kennzeichnet. Wenn wir diesen Einblick verhindern und unsere Krankheit verbergen, verniedlichen, trifft uns selbst die Schuld an neuen Problemen. Wahres Bekennen und Entschuldigen ist für mich eine Voraussetzung zur Genesung.
Lg. Hans


Der neunte Schritt
So 7 Sep 2025 12:07


Wenn möglich entschuldigte ich mich bei ihnen, es sei denn, ich hätte sie oder andere dadurch verletzt. Der neunte Schritt soll die im achten Schritt gewonnenen Vorsätze in die Tat umsetzen. Wie oft habe ich mir in meinen nassen Tagen schon Sachen vorgenommen, die dann nie verwirklicht wurden. Ich baute mir die schönsten Schlösser - Stein auf Stein - Schluck für Schluck, aber zum Richtfest ist es nie gekommen. Nun muss ich beweisen, dass ich zu meinem neuen Lebensweg stehe.

A.A. KANN MAN NICHT NUR SO NEBENBEI MACHEN.

A.A. fordert den ganzen Menschen. Seinen Mut, seine Verantwortung und immer wieder seine Ehrlichkeit. Es ist nicht damit getan, dass man die Schritte beim Meeting in der warmen Stube diskutiert. Zumindest dieser Schritt fordert, dass ich mich erhebe, dass ich mich aufraffe, nach draußen gehe, um die Menschen aufzusuchen, denen ich Leid zugefügt habe. Und wenn ich dann vor diesen Menschen stehe, dann kommt es mir verdammt hart an, den Mund aufzumachen. Ich stand oft da und fand keine richtigen Worte. Obwohl ich mir vorher jeden Satz meiner Entschuldigung in Gedanken zurecht gelegt hatte, brachte ich nichts über die Lippen. Scham, Verlegenheit, Angst und Hemmungen? Nein! Heute weiß ich, dass ich einfach zu feige war. Ich hatte keinen Mut, weil ich mit jeder Entschuldigung meinte, dass ich mich damit bloßstelle, erniedrige, ins falsche Licht setze. Ich meinte, mein "Image" zu zerstören, mein Gesicht zu verlieren. Dabei hätte ich doch nur meine Überheblichkeit abgelegt, meine Besserwisserei aufgegeben, meine Ehrlichkeit ernst genommen. Dieser Schritt ist ein Akt der Demut. Wer tritt schon leichten Herzens vor seinen Nächsten und gibt zu, dass er unrecht hatte?
Lg. Hans G24h


7.der AA- Geburtstag Petra
Fr 5 Sep 2025 16:40

Hallo Petra wir wünschen dir alles Gute zu deinem AA-Geburtstag
„Worauf es ankommt, das sind nie die Bedingungen, die man vorfindet, sondern das ist stets das Lebenswerk, das man daraus gemacht hat.“
Lg. G24h Renate und Hans


DER SIEBTE GEBURTSTAG-: Alles Gute PETRA am 07.Sept
Fr 5 Sep 2025 8:57
Mut aber war ursprünglich nicht so etwas wie Tapferkeit und Stärke, im früheren Sprachgebrauch war Mut ein anderes Wort für Gesinnung. "Mir ist danach zumute", sagte man, was doch so viel heißt, mir steht der Sinn danach.
Die Silbe "De" in Demut hieß im Mittelhochdeutschen "Dio", was so viel heißt wie der Gefolgsmann, der Ritter und die Tugend des Ritters. Da steckt also in diesem Wort etwas drin wie Treue, Gefolgschaft; das Gegenteil jedenfalls von Wort-Brüchigkeit und Überheblichkeit. Das Ziel ist entscheidend, nicht die Tatsache,
ob man in der zweiten oder dritten Reihe gegangen ist, um es zu erreichen. Wenn man es so sieht, ist es eigentlich gar nicht schwer, ein Gefolgsmann sein zu wollen. Ganz sicher rechnet man damit, selbst dabei mit anzupacken, um den schnurgeraden Weg fortsetzen zu können.

Vg24h, dein Mann, Franz, hdl


Der 9.) Schritt
Di 2 Sep 2025 9:15


Dieser Schritt ist schwer für mich. Am liebsten möchte ich einen Strich unter die Vergangenheit machen und ganz neu anfangen.

Das kann ich mir als Alkoholiker nicht leisten. Die Vergangenheit würde mich dann immer wieder belästigen. Ich will Ordnung machen, die Schulden bezahlen, wenn welche da sind, den Schaden, den ich an Sachen verursacht habe, wieder gut zu machen. Ich will die Menschen, die ich enttäuscht habe zeigen, dass ich nun anders bin. Ich will jene Menschen, die ich schwer beleidigt habe, um Verzeihung bitten. An der Stelle stehen meine Angehörigen, dann meine Freunde und Arbeitgeber, die ich so oft enttäuscht und im Stich gelassen habe. Diese Schritte helfen mir, die mitmenschlichen Beziehungen wieder herzustellen. Nach allem, was geschehen ist, kann ich, nachdem ich mit dem Trinken aufgehört habe, nicht einfach weitermachen, als ob die Vergangenheit nie gegeben hätte. Sicherlich kommen Regungen hoch, die sagen: Die anderen waren ja auch böse zu mir. Das mag schon stimmen. Vielleicht werden auch sie sich einmal bei mir entschuldigen, wenn ich erst alles einmal gut gemacht habe. Die Gutmachung kann nicht über Nacht geschehen. Ich brauche viel Zeit und Geduld. Der Weg der Wiedergutmachung ist lange und schwer. Der AA-Weg ist ja nicht ein Tages-sondern ein Lebensprogramm. Die Hauptsache ist, dass ich bereit bin, den Schaden, den ich angerichtet habe, wieder gut zu machen und die Menschen, die ich beleidigt habe, um Verzeihung zu bitten. Gott gebe mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht mehr ändern kann. Vieles kann ich leider nicht mehr gut machen.
Lg. Hans


Die Präambel der Anonymen Alkoholiker
Fr 22 Aug 2025 7:38
Die Präambel der Anonymen Alkoholiker sagt alles aus.
Anonyme Alkoholiker sind eine Gemeinschaft von Männern und Frauen, die miteinander ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung teilen, um ihr gemeinsames Problem zu lösen und anderen zur Genesung vom Alkoholismus zu verhelfen. Die einzige Voraussetzung für die Zugehörigkeit ist der Wunsch, mit dem Trinken aufzuhören. Die Gemeinschaft kennt keine Mitgliedsbeiträge oder Gebühren, sie erhält sich durch eigene Spenden. Die Gemeinschaft AA ist mit keiner Sekte, Konfession, Partei, Organisation oder Institution verbunden; sie will sich weder an öffentlichen Debatten beteiligen, noch zu irgendwelchen Streitfragen Stellung nehmen.
Unser Hauptzweck ist, nüchtern zu bleiben und anderen Alkoholikern zur Nüchternheit zu verhelfen.
Lg. Hans


Der achte Schritt
Mo 18 Aug 2025 15:19

Ich rief mir alle Personen ins Gedächtnis, die ich gekränkt hatte und wurde willig, sie um Verzeihung zu bitten. Immer wieder wird mein Blick in die Vergangenheit gelenkt. Komme ich denn gar nicht davon los? Meine ersten A.A.-Freunde sagten mir doch am Anfang meiner Nüchternheit:

"Das GESTERN ist vorbei das MORGEN ist noch Illusion. Du musst das HEUTE leben!" Weshalb soll ich nun all die alten Wunden wieder aufreißen. Ich kann es doch nicht ungeschehen machen. Es war nun einmal das Schicksal und alle Menschen, die damit verflochten waren, müssen genau so mit ihrem "HEUTE" fertig werden, wie ich. Und war denn wirklich an allem Unglück nur meine Trinkerei schuld? Diese Frage bohrt in mir und ich erwische mich immer wieder dabei, mich bei mir selbst zu entschuldigen, statt bei den anderen. Auch traf ich manchen Freund, der um den achten Schritt und um seine Vergangenheit einen großen Bogen machte, eines Tages betrunken wieder. Er hatte seine Vergangenheit nicht bewältigt. Er hatte sie im Unterbewusstsein vergraben, verschüttet, versteckt und hoffte immer ängstlich, dass sie dortbleibt und nie wieder zum Vorschein kommt.
Lg. Hans


Ein Dauerauftrag
Di 12 Aug 2025 17:42

Im Achten und im Neunten Schritt geht es um die Ordnung der mitmenschlichen Beziehungen. Das ist ein Stück Vergangenheitsbewältigung und gleichzeitig ein bleibender Auftrag für unser neues Leben. Trotz allen Bemühens um Ehrlichkeit und Toleranz nämlich passiert es uns auch jetzt, dass uns die Nerven durchgehen, dass wir andere kränken. Auch für das bei der täglichen Inventur aufgedeckte Fehlverhalten gilt die Empfehlung der Schritte acht und neun. Aus dieser Sicht ist der Achte Schritt wie alle Punkte des A.A.-Programms sowohl eine einmal zu bewältigende Aufgäbe als auch ein Dauerauftrag. Dieser Dauerauftrag heißt, sich um ein geordnetes, mitmenschliches Verhältnis bemühen. Unnötig zu sagen, dass man damit nie hundertprozentig fertig wird, dass dies eine Lebensaufgabe bleibt, die an einem Tag besser gelingt, während man an einem anderen Tag wieder zurückgeworfen wird. Voraussetzung aber, dieses Lebenswerk anzugehen, ist die Ordnung der mitmenschlichen Beziehungen aus der Vergangenheit.
Lg. Hans


Traditionen und Schritte der AA
Fr 8 Aug 2025 14:34
Traditionen und Schritte der AA
Die großen Klassiker in allen Traditionen waren bestrebt, den Menschen einen Schlüssel zu einem inneren Verständnis zu geben, zu einen Weg durchs Leben. So auch unsere Traditionen der Anonymen Alkoholiker, wenn wir versuchen den vorgegebenen Weg in unserem Programm zu verlassen kommen wir unweigerlich ins Schleudern.
Auch bei den 12 Schritten, Betroffen ist einer, der aus irgendeinem Grund den nächsten Schritt nicht tun kann, wie er ihn ursprünglich tun sollte. Etwas macht ihn stutzig und lässt ihn erschrecken zum Beispiel vor seiner Inventur. Aber es braucht einfach seine Zeit bis der Betroffene bereit ist zur totalen Lebensumkehr und seinen Irrweg zu verlassen. Machen wir uns nichts vor: Wir haben nicht unendlich viel Zeit und wissen alle nicht, wie viel Zeit uns noch bleibt. Verschieben wir nicht die Schritte zur Freiheit auf irgendwann. Jede Stunde kann ich beginnen mit der UMKEHR und einen für mich befreienden Weg zu beschreiten.
Lg. Hans



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