Zufriedene Nüchternheit
Vielleicht mag nun der eine oder andere Leser der Meinung sein, es sei utopisch nach Vollkommenheit zu streben. Schließlich gäbe es auf der ganzen Welt keinen Menschen, der nur gute und positive Charakterzüge aufweist. Diese Freunde verstehen den Sinn dieses Schrittes falsch. Jeder Mensch, der sich ein Ziel setzt, ist selbst noch mehr oder weniger weit von diesem Ziel entfernt. Er muss hart arbeiten, trainieren und sich gesund halten, wenn er sein gestelltes Ziel erreichen will. Falsch wäre es auf der Lebensleiter auszuruhen. Stillstand bedeutet Rückfall. Man muss stets weiterstreben, um das zu erhalten, was man erreicht hat, bis dass der Tod eine Grenze setzt. Und an dieser Grenze steht bei mir die zufriedene Nüchternheit. So will ich einmal einschlafen und vor meinen Herrn treten. Nicht mit blütenweißer Weste der Vollkommenheit, sondern mit den Spuren getilgter Schuld und bereinigter Fehlhaltungen.
Deshalb muss ich mich heute bereit halten, die Fehler meines Charakters von Gott beseitigen zu lassen.
Lg. Hans G24h
Menschliche Reife durch Glauben
Noch Jahre nach meinem letzten Schluck fehlte mir diese Bereitschaft. Ich glaubte es allein zu schaffen. Ich war noch nicht reif. Die menschliche Reife erweist sich erst mit der Einsicht, dass der Glaube an Gott Charakterfehler beseitigen kann, Bei mir wurde diese Einsicht deutlich, als ich am Tiefpunkt meines Lebens doch die Kraft erhielt, mich von der tödlichen Trunksucht zu befreien. Nachdem alle täglich gefassten Vorsätze nicht geholfen haben, fand ich plötzlich eine Hilfe von außen. Heute, weiß ich, dass es kein Zufall war.
Lg. Hans G24h
Die Zwölf Schritte aus der Sicht eines Alkoholikers aus 1973
Ich war bereit, die Fehler meines Charakters durch Gott beseitigen zu lassen. Durch eine gründliche Inventur meines Innern versuche ich, mich selbst zu erkennen. Meine Fehler sind Charaktermängel, die mein Leben in der menschlichen Gesellschaft immer wieder negativ beeinflussen. Es ist mir unbequem diese Fehlhaltungen einzugestehen. Seit es mir aber klar wurde, dass ich mit Selbstverleugnung und Selbstbetrug nicht zufrieden nüchtern werden kann, versuche ich ehrlich zu sein. Ehrlichkeit ist die erste Voraussetzung zur Nüchternheit. Solange ich mir selbst über mein Ego etwas vormache, solange ist meine Nüchternheit erzwungen und verkrampft. Ich bin zwar trocken, aber ich kann noch lange nicht klarsehen. Durch meine Kehle fließt zwar kein Alkohol, aber mein Gehirn verharrt im alkoholischen Denken. Und wenn ich nicht täglich intensiv an mir arbeite, geht es nicht vorwärts. Dann bleibe ich stehen und beginne mein alkoholisches Denken für normal zu halten. So verbreitet sich die Krankheit hinterlistig im Geist und ich bin der Letzte, der merkt, dass ich selbst geistig krank bin.
Lg. Hans G24h
Es gibt in jeder Woche zwei Tage, über die wir uns keine Sorgen machen sollten. Zwei Tage, die wir freihalten sollten von Angst und Bedrückung. Einer dieser zwei Tage ist Gestern mit all seinen Fehlern und Sorgen, geistigen und körperlichen Schmerzen. Das Gestern ist nicht mehr unter unserer Kontrolle! Alles Geld dieser Welt kann das Gestern nicht zurückbringen: wir können keine einzige Tat, die wir getan haben, ungeschehen machen. Wir können nicht ein Wort zurücknehmen, das wir gesagt haben. Das Gestern ist vorbei!
Der andere Tag, über den wir uns keine Sorgen machen sollten, ist das Morgen mit seinen möglichen Gefahren, Lasten, großen Versprechungen und weniger guten Leistungen Auch das Morgen haben wir nicht unter unserer sofortigen Kontrolle.
Morgen wird die Sonne aufgehen entweder in ihrem vollen Glanz oder hinter einer Wolkenwand. Aber eins steht fest Sie wird aufgehen! Bis sie aufgeht, sollten wir uns nicht über Morgen Sorgen machen, weil Morgen noch nicht geboren ist.
Da bleibt nur ein Tag übrig heute!
Jeder Mensch kann nur die Schlacht von einem Tag schlagen. Dass wir zusammenbrechen geschieht nur wenn Du und ich die Last dieser zwei fürchterlichen Ewigkeiten ~ gestern und morgen ~ zusammenfügen. Es ist nicht die Erfahrung von heute, die die Menschen verrückt macht, es ist die Reue und Verbitterung für etwas was gestern geschehen ist oder die Furcht vor dem was das Morgen wieder bringen wird.
Heute ist das Morgen, worüber wir uns Gestern Sorgen gemacht haben.
Lg. Hans G24h
Der 6.) Schritt
Ich war völlig bereit, alle meine Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen.
Bin ich wirklich bereit alle meine Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen??? Das ist hier die große Frage. Wenn ich wieder einmal körperlich, geistig und seelisch am Boden war, da hatte ich Gott gebeten (gebettelt) mich von meinen Qualen zu befreien. Sobald ich mich besser fühlte, bat ich dann auch noch mich vom sinnlosen trinken zu befreien, oder hatte ich alle guten Vorsätze wieder vergessen und trank munter weiter. Erst als ich wieder meinen Tiefpunkt erreicht hatte, war ich kurz bereit, das erste Glas Alkohol stehen zu lassen und ich bat Gott (wie ich ihn heute verstehe) mir zu helfen. Durch eine gründliche und furchtlose Inventur habe ich in mir so viele Fehler entdeckt: Selbstmitleid, Kritiksucht, Unehrlichkeit, Gereiztheit, Ärger über die Anderen und noch vieles mehr. Jetzt muss ich mich fragen ob ich wirklich bereit bin diese Fehler von Gott beseitigen zu lassen, an denen ich eine Sauf-zeit lang gehangen bin. Bin ich wirklich bereit ein neues unbeschwertes Leben aufzubauen, weil mein altes nichts mehr taugte. Solange ich getrunken hatte wollte ich die Probleme gar nicht wahrhaben, jetzt aber stand ich ohnmächtig vor einen großen Trümmerhaufen. Nun stehe ich wieder vor einer Entscheidung: Will ich es allein mit meinen eigenen Willen diese Fehler beseitigen oder will ich mit Hilfe der Höheren Macht (wie ich sie heute verstehe) probieren. Es steht mir frei, niemand zwingt mich dazu eine Höhere Macht in Anspruch zu nehmen. Also die Entscheidung wie es so schön heißt liegt bei mir selber.
Lg. Hans G24h
Mit Vergebung beginnen
Sobald wir anfangen, über eine gestörte oder zerbrochene Verbindung mit einem anderen Menschen nachzudenken, begeben wir uns in Abwehrstellung. Damit wir nicht an unsere Fehler denken müssen, beleuchten wir voller Zorn das, was uns angetan wurde. Wir beharren triumphierend auf dem kleinsten Fehlverhalten des anderen, weil das eine perfekte Entschuldigung ist, unsere eigenen Fehler herunterzuspielen oder zu vergessen.
Genau an dieser Stelle müssen wir uns scharf zur Ordnung rufen. Wir sollten daran denken, dass Alkoholiker nicht die einzigen Menschen mit einer kranken Gefühlswelt sind. In vielen Fällen haben wir es mit Leidensgenossen zu tun, mit Menschen, deren leiden wir noch vergrößert haben.
Wenn wir bereit sind, für uns um Vergebung zu bitten, warum sollten wir nicht anfangen, auch den anderen ein für allemal zu vergeben?
Lg. Hans G24h
Je mehr A.A. sich an ihren Hauptzweck halten, desto größer wird der hilfreiche Einfluss sein.
A.A. WIRD MÜNDIG, S. 168
Voll Dankbarkeit gedenke ich der ersten Tage unserer Gemeinschaft und der weisen und liebevollen "Wegbereiter", die forderten, dass wir uns nie von unserem Hauptzweck ablenken lassen dürften: Die Botschaft an Alkoholiker, die noch leiden, weiterzugeben. Ich möchte denen, die beruflich mit Alkoholismus zu tun haben, Respekt zollen, mich jedoch immer erinnern, dass A.A. nur die eigenen Anliegen vertritt. Ich muss mir im klaren sein, dass A.A. kein Monopol auf Wunder hat, und ich werde dem liebenden Gott, der A.A. möglich machte, demütig dankbar bleiben.
Lg. Hans G24h
Wichtig:
Am Sonntag den 30.Juni.2024 findet kein AA-Meeting in Stadl Paura statt. (wegen 50 Jährigen Kirchenfest sind leider alle Räume besetzt)
Lg. Hans
Dankbarkeit ist der Weg nach vorne, nicht zurück.
WIE BILL ES SIEHT, S. 37
Ich bin sehr dankbar, dass meine Höhere Kraft mir eine zweite Chance gab, ein wertvolles Leben zu führen. Durch die Anonymen Alkoholiker habe ich meine geistige Gesundheit wiedererlangt. Die Versprechungen erfüllen sich nach und nach in meinem Leben. Ich bin dankbar für die Befreiung von der Sklaverei des Alkohols. Ich bin dankbar für meinen Seelenfrieden und die Chance des Wachstums, aber meine Dankbarkeit sollte ein Weg sein nach vorne, nicht zurück. Ich kann durch vergangene Meetings oder durch zurückliegende Arbeit im Zwölften Schritt nicht nüchtern bleiben: Meine Dankbarkeit muss ich heute in die Tat umsetzen. Unser Mitgründer sagte, dass Dankbarkeit sich am besten darin ausdrückt, dass wir die Botschaft weitergeben. Dankbarkeit ohne Taten ist nichts als ein angenehmes Gefühl. Ich muss sie umsetzen, indem ich im Zwölften Schritt arbeite, die Botschaft weitergebe und die A.A.-Prinzipien in allen meinen Angelegenheiten anwende. Ich bin dankbar für die Chance, heute die Botschaft weiterzugeben.
Lg. Hans G24h
Schule des Lebens
Ich denke, dass es innerhalb der Gemeinschaft A. A. immer etwas zu nörgeln geben wird.
Meist wird es meiner Meinung nach darum gehen, wie wir das Bestmögliche für die größte Anzahl von Trinkern tun können. Bei uns wird es immer kindisches Hickhack über Geldfragen geben oder wer in den nächsten sechs Monaten Gruppensprecher sein soll.
Alle heranwachsenden Kinder (und das sind wir) wären nicht normal, wenn sie sich anders verhielten.
Das sind die Scherzen des Erwachsenwerdens, und wir reifen an ihnen. Die Überwindung solcher Probleme in der A.A.- Schüler des Lebens ist eine gesunde Übung.
Lg. Hans G24h