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„Heute. Gedanken zum Tag“
So 8 Jun 2025 6:45
Sich der Änderung öffnen
Durch Selbsterforschung können wir Licht, Leben und Gnade in die dunklen Seiten unserer Persönlichkeit bringen. Damit geht die Entwicklung jener Art von Demut einher, durch die wir Gottes Hilfe erlangen können. ... desto mehr können wir Stück für Stück das alte Leben, das nichts taugte, beiseitelegen, denn das neue Leben wird funktionieren, ganz gleich, unter welchen Umständen.

Wie Bill es sieht, S. 16/18
Mir wurde eine tägliche Gnadenfrist gewährt, die von meiner spirituellen Kondition abhängt, vorausgesetzt, dass ich Fortschritt und nicht Perfektion suche. Ich übe mich in Bereitschaft, um mich ändern zu können, und öffne mich somit den Möglichkeiten zur Veränderung. Wenn ich feststelle, dass es Defekte gibt, die mich in meiner Nützlichkeit in AA und anderen gegenüber behindern, werde ich bereit, in dem ich meditiere und Weisung erhalte. „Einige von uns hatten versucht, an alten Vorstellungen festzuhalten: Das Resultat war gleich Null, bis wir kapitulierten.“ (Anonyme Alkoholiker, S. 67/68). Um loszulassen und Gott zu überlassen, muss ich ihm nur meine alten Gewohnheiten übergeben. Ich kämpfe nicht mehr und versuche auch nicht, Kontrolle auszuüben, sondern glaube ganz einfach, dass ich, mit Gottes Hilfe, verändert bin, und wenn ich diesen Glauben bekräftige, macht mich das bereit. Ich mache Platz in meinem Inneren für Bewusstheit, Licht und Liebe zu sein, und bin bereit, jedem Tag mit Hoffnung zu begegnen.

Aus dem Buch „Heute. Gedanken zum Tag“ (Originaltitel: Daily Reflections).
© 2019 Alcoholics Anonymous World Services, Inc. Alle Rechte vorbehalten.
Lg. Hans G24h


Aus dem Buch Unser Weg
Di 3 Jun 2025 12:08
Leben wie früher?

Die Kapitulation, die sich ausschließlich auf den Alkohol beschränkt, ist eine halbe Sache. Sie wäre vergleichbar der Einstellung der Kampfhandlungen an nur einer Front. Es hat sich nämlich als unmöglich erwiesen, das Suchtproblem nur dadurch zu lösen, dass man das Suchtmittel meidet. "Ich will und werde nicht mehr trinken", hat neulich ein Fünfunddreißigjähriger im Meeting gesagt: "Das genügt mir; im übrigen will ich wieder genauso leben wie vor zehn Jahren, wie ich gelebt habe bis zu dem Zeitpunkt, als mein Trinken problematisch wurde."

Zu diesem Diskussionsbeitrag ist zu sagen, dass die Absicht, nicht mehr zu trinken, so wie es sich dieser Freund vorstellt, nicht realisierbar ist. Erstens einmal ist es überhaupt unmöglich, die Lebensuhr zurückzudrehen, zehn Jahre Trinkerzeit auszuradieren. Aber selbst wenn es diesem 35 Jahre alten Mann gelänge, den Faden dort anzuknüpfen, wo er ihm als Fünfundzwanzigjährigem gerissen ist, was wäre dann mit ihm? - Er wäre dann an dem Punkt, an dem - um seine eigenen Worte zu gebrauchen - sein Trinken problematisch geworden ist. Könnte er also die damaligen Umstände seines Lebens im persönlichen und beruflichen Bereich spiegelbildlich gleich wieder herstellen, dann wäre er genau wieder an der Schwelle seiner Trinkerzeit.

Und noch ein Argument gegen die Theorie des Wiederanknüpfens an die Vortrinkerzeit. Der Freund, von dem hier als Beispiel die Rede ist, kann und darf gar nicht zehn Jahre zurückschalten. Er hat davon gesprochen, dass sein Trinken damals problematisch geworden ist. Das heißt doch, dass er bis dahin auch getrunken hat, wenngleich nach seiner rückschauenden Beobachtung kontrolliert. Das beispielsweise wird er jetzt nicht mehr können, nachdem er sich als Alkoholiker erkannt hat und weiß, dass das erste von ihm getrunkene Glas den Rückfall einleitet.
Lg. Hans G24h


Der 6.) Schritt
Mo 2 Jun 2025 13:46

Ich war völlig bereit, alle meine Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen.

Bin ich wirklich bereit alle meine Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen??? Das ist hier die große Frage. Wenn ich wieder einmal körperlich, geistig und seelisch am Boden war, da hatte ich Gott gebeten (gebettelt) mich von meinen Qualen zu befreien. Sobald ich mich besser fühlte, bat ich dann auch noch mich vom sinnlosen trinken zu befreien, oder hatte ich alle guten Vorsätze wieder vergessen und trank munter weiter. Erst als ich wieder meinen Tiefpunkt erreicht hatte, war ich kurz bereit, das erste Glas Alkohol stehen zu lassen und ich bat Gott (wie ich ihn heute verstehe) mir zu helfen. Durch eine gründliche und furchtlose Inventur habe ich in mir sooo…viele Fehler entdeckt: Selbstmitleid, Kritiksucht, Unehrlichkeit, Gereiztheit, Ärger über die Anderen und noch vieles mehr. Jetzt muss ich mich fragen ob ich wirklich bereit bin diese Fehler von Gott beseitigen zu lassen, an denen ich eine Sauf zeit lang gehangen bin. Bin ich wirklich bereit ein neues unbeschwertes Leben aufzubauen, weil mein altes nichts mehr taugte. Solange ich getrunken hatte wollte ich die Probleme gar nicht wahrhaben, jetzt aber stand ich ohnmächtig vor einen großen Trümmerhaufen. Nun stehe ich wieder vor einer Entscheidung: Will ich es allein mit meinen eigenen Willen diese Fehler beseitigen oder will ich mit Hilfe der Höheren Macht (wie ich sie heute verstehe) probieren. Es steht mir frei, niemand zwingt mich dazu eine Höhere Macht in Anspruch zu nehmen. Also die Entscheidung wie es so schön heißt liegt bei mir selber.
Lg. Hans G24h


„Heute. Gedanken zum Tag“
Sa 31 Mai 2025 5:33
Bereitschaft, anderen zu dienen
… dass unsere Gemeinschaft zu dem Schluss kam: Wir haben nur einen Hauptzweck – die Botschaft der AA denen zu überbringen, die noch nicht wissen, dass es einen Weg aus dem Elend gibt.

Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen, S. 145
Das „Licht“ zur Freiheit scheint hell auf meine Mitalkoholiker, wenn jeder von uns die anderen dazu herausfordert, zu wachsen. Die „Schritte“ zur Selbstverbesserung sind anfangs klein, aber jeder Schritt baut die „Treppe“ aus dem Abgrund der Verzweiflung heraus hin zu neuer Hoffnung. Ehrlichkeit wird zu meinem „Werkzeug“, um die „Ketten“, die mich gefesselt hatten, zu öffnen. Ein Sponsor, der mitfühlend zuhört, kann mir helfen, die Botschaft, die mich zur Freiheit führt, wirklich zu hören. Ich bitte Gott um den Mut, so zu leben, dass die Gemeinschaft ein Zeugnis seiner Gnade sein möge. Dieser Auftrag macht mich frei, meine Geschenke des Wohlbefindens mit anderen zu teilen, indem ich geistig bereit bin, anderen zu dienen.

Aus dem Buch „Heute. Gedanken zum Tag“ (Originaltitel: Daily Reflections).
© 2019 Alcoholics Anonymous World Services, Inc. Alle Rechte vorbehalten.
Lg. Hans G24h


Das ist der erste Schritt zur Genesung.
Di 27 Mai 2025 9:31
Wir haben gelernt, dass wir in unserem tiefsten Inneren rückhaltlos zugeben mussten, Alkoholiker zu sein. Das ist der erste Schritt zur Genesung.

Die meisten von uns wollten nicht zugeben, richtige Alkoholiker zu sein. Keiner mag den Gedanken, sich körperlich und von der Mentalität her von anderen zu unterscheiden. Deshalb überrascht es nicht, dass unsere Trinkerkarrieren von zahllosen vergeblichen Versuchen gekennzeichnet sind, uns zu beweisen, wir könnten so trinken wie andere Leute. Jeder anormale Trinker ist von der fixen Idee geradezu besessen, irgendwie, irgendwann sein Trinken kontrollieren und genießen zu können. Es ist erstaunlich, mit welcher Hartnäckigkeit an dieser Illusion festgehalten wird. Viele bleiben dabei, bis sie die Schwelle des Irrsinns überschritten oder den Tod vor Augen haben.
Wir haben gelernt, dass wir unserem tiefsten, innersten Selbst gegenüber rückhaltlos zugeben mussten, dass wir Alkoholiker waren. Das ist der erste Schritt zur Genesung. Der Wahn, dass wir wie andere sind oder heute so sein können, musste zerschlagen werden.
Wir Alkoholiker sind Männer und Frauen, die die Fähigkeit verloren haben, kontrolliert zu trinken. Wir wissen, dass kein waschechter Alkoholiker diese Kontrolle jemals wiederherstellen konnte. Wir alle durchlebten Zeiten, in denen wir meinten, die Kontrolle wieder erlangt zu haben. Auf solche, meistens kurzen Intervalle folgte unweigerlich ein noch größerer Kontrollverlust, der nach einiger Zeit zu einem erbärmlichen, unfassbaren Verfall [Demoralisation] führte. Bei uns gibt es keinen Zweifel, dass Alkoholiker wie wir in der Gewalt einer fortschreitenden Krankheit sind, die mit der Zeit immer schlimmer wird, aber niemals besser.
Wir sind wie Menschen, die ihre Beine verloren haben; ihnen wachsen niemals neue. Genauso wenig scheint es irgendeine Art der Behandlung zu geben, die aus Alkoholikern unseres Schlags "Normalverbraucher" macht. Wir haben jede Möglichkeit der Heilung erprobt, die man sich nur vorstellen kann. In einigen Fällen gab es eine kurzzeitige Besserung, der immer ein noch schlimmerer Rückfall folgte. Ärzte, die sich mit dem Alkoholismus auskennen, stimmen in der Ansicht überein, dass es keine Möglichkeit gibt, aus einem Alkoholiker einen normalen Trinker zu machen. Vielleicht wird die Wissenschaft das eines Tages fertigbringen, aber so weit ist es noch nicht.
Trotz allem, was wir sagen, wollen viele waschechte Alkoholiker nicht glauben, dass sie welche sind [they are in that class]. Sie versuchen, auf jede nur mögliche Art der Selbsttäuschung und des Herumexperimentierens sich selbst zu beweisen, dass sie die Ausnahme von der Regel - und somit keine Alkoholiker sind. Wenn jemand, der früher nicht kontrolliert trinken konnte, plötzlich eine Kehrtwendung zustande bringt, und wie ein Gentleman trinken kann, dann ziehen wir unseren Hut vor ihm. Der Himmel weiß, wie lange und wie angestrengt wir versucht haben, so wie andere Leute zu trinken!
Lg. Hans G24h


Die Anonymität
Di 27 Mai 2025 6:03

Die Anonymität des Alkoholikers in der Gruppe
Obwohl Alkoholismus als Krankheit anerkannt ist, gilt der Alkoholiker in weiten Bereichen der Öffentlichkeit noch immer als charakterschwacher Mensch, der sein Elend selbst verschuldet hat. Ein Hilfsangebot anzunehmen ist deshalb für einen Betroffenen mit der Angst verbunden, in einer Datei als Alkoholiker registriert zu werden. Die Anonymen Alkoholiker aber geben dem Hilfesuchenden das Versprechen der Anonymität. Der nasse, verzweifelte Alkoholiker wird sich vielleicht an den Strohhalm der Anonymität klammern und eine Kontaktstelle anrufen oder ein Meeting aufsuchen. Zu einem späteren Zeitpunkt entscheidet dann jeder für sich, ob er Angehörigen, Freunden oder auch Arbeitskollegen von seiner Zugehörigkeit zu den AA erzählt. Die Anonymität der anderen Gruppenmitglieder muss aber immer gewahrt werden.
Lg. Hans G24h


„Heute. Gedanken zum Tag“
Mo 26 Mai 2025 12:08
Wahre Toleranz
Die einzige Voraussetzung für die AA-Zugehörigkeit ist der Wunsch, mit dem Trinken aufzuhören.

Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen, S. 133
Ich hörte die Kurzform der Dritten Tradition das erste Mal in der Präambel. Als ich zu AA kam, konnte ich weder mich selbst, noch meinen Alkoholismus, noch eine Höhere Macht annehmen. Wenn es irgendwelche körperlichen, geistigen, moralischen oder religiösen Voraussetzungen für die Zugehörigkeit gegeben hätte, wäre ich heute tot. Bill W. sagt in einer Aufnahme über die Traditionen, dass die Dritte Tradition eine Satzung für persönliche Freiheit sei. Was mich am meisten beeindruckte, war das Gefühl der Akzeptanz von Mitgliedern, die die Dritte Tradition praktizierten, indem sie mich tolerierten und akzeptierten. Ich fühle, dass Annahme Liebe bedeutet, und dass Liebe Gottes Wille für uns ist.

Aus dem Buch „Heute. Gedanken zum Tag“ (Originaltitel: Daily Reflections).
© 2019 Alcoholics Anonymous World Services, Inc. Alle Rechte vorbehalten.
Lg. Hans G24h


„Heute. Gedanken zum Tag“
So 25 Mai 2025 16:40
Wachsende Dankbarkeit
Dankbarkeit ist der Weg nach vorne, nicht zurück.

Wie Bill es sieht, S. 37
Ich bin sehr dankbar, dass meine Höhere Macht mir eine zweite Chance gegeben hat, ein sinnvolles Leben zu führen. Durch die Anonymen Alkoholiker habe ich meine geistige Gesundheit wiedererlangt. Die Versprechen erfüllen sich in meinem Leben. Ich bin dankbar, von der Sklaverei des Alkohols befreit zu sein. Ich bin dankbar für Seelenfrieden und die Gelegenheit, zu wachsen – aber meine Dankbarkeit sollte sich vorwärts richten, nicht rückwärts. Ich kann nicht durch die Meetings von Gestern oder durch vergangene Arbeit im Zwölften Schritt nüchtern bleiben; ich muss meine Dankbarkeit heute in die Tat umsetzen. Unser Mitgründer sagte, dass wir unsere Dankbarkeit am besten dadurch zeigen können, indem wir die Botschaft an andere weitergeben. Ohne Taten ist meine Dankbarkeit nur ein angenehmes Gefühl. Ich muss sie in die Tat umsetzen, indem ich Schritt Zwölf arbeite, die Botschaft weitergebe und die Prinzipien in all meinen Angelegenheiten anwende. Ich bin dankbar für die Gelegenheit, die Botschaft heute weiterzugeben!

Aus dem Buch „Heute. Gedanken zum Tag“ (Originaltitel: Daily Reflections).
© 2019 Alcoholics Anonymous World Services, Inc. Alle Rechte vorbehalten.
Lg. Hans G24h


Antwort: an Frank Ludwigshafen/Rhein
So 25 Mai 2025 16:38

Hallo Frank danke für deinen Eintrag,
jede Gruppe ist Eigenständig es endscheidet das Gruppengewissen.
Joe & Charley "Du kannst so glücklich sein, wie du es dir wünschst. Du hast das Werkzeug und du hast die Möglichkeit.
Es liegt nur an dir". Joe & Charley
Unser "Big Book" studieren mit
Joe & Charley

BIG BOOK STUDY
mit Joe und Charley aus den USA
ein Seminar vom 15. bis 17.10.1993 in Bristol, England
Joe und Charley betonen, dass dieses Seminar und die zur Aufnahme verwendeten Datenträger kein Copyright haben und von jedermann kopiert und weitergegeben werden können - ja sollen.
Quellenhinweis
Zitate stammen aus dem Buch "Anonyme Alkoholiker"
Herausgeber und Copyright 2009
Anonyme Alkoholiker Interessengemeinschaft e.V.
Lg. Hans G24h


Frage zu Joe und Charlie
Fr 23 Mai 2025 17:53
Hallo, können wir in unserem Meeting "Joe und Charlie"-Tonträger anhören und dann dazu teilen oder verstösst das gegen AA-Regeln?.

Für eure Antworten danke ich im Voraus.

G24, Frank Ludwigshafen/Rhein