Obwohl ich schon so lange zu den AA-Meetings gehe, konnte ich gerade heute einem „Neuen“ Mut machen, mit Hilfe von AA seine Sucht zu bekämpfen. Jeder geht dabei ja seinen eigenen persönlichen Weg und doch gibt es Leitsätze bei AA, an denen sich eine Orientierung lohnt. Ich selbst habe offensichtlich einen eisernen Willen zum Durchhalten entwickelt, aber für viele ist anfänglich die Reduzierung des eigenen Vorsatzes darauf, auf den Alkohol nur für den heutigen Tag, also für 24 Stunden, zu verzichten, hilfreich. Anstatt dem Alkohol für alle Zeiten abzuschwören oder sich Sorgen zu machen, ob man morgen auch noch trocken bleiben kann, konzentrieren sich Alkoholiker bei AA darauf, jetzt und heute nicht zu trinken. Es heißt: „Lass in den nächsten 24 Stunden das erste Glas stehen“, was dann ja automatisch bedeutet, dass es auch kein zweites oder drittes gibt! Man hatte mir auch empfohlen, regelmäßig und möglichst einmal in der Woche in ein AA-Meeting zu gehen, um mit anderen trockenen Alkoholikern in Verbindung zu bleiben und so immer im Zeit Fenster von 24 Stunden zu denken. Mir persönlich reicht ein wöchentlicher Besuch, aber ich denke, bei extremen Alkohol- und Entzugsproblemen ist der zweimalige Besuch äußerst sinnvoll. Für mich war es anfänglich nicht vorstellbar, für den Rest meines Lebens auf Alkohol zu verzichten, jetzt ist dieser Gedanke gar nicht mehr so abwegig.
Lg. Hans G24h
Den Schaden beheben
Gutes Beurteilungsvermögen, das Gefühl für den richtigen Zeitpunkt, Mut und Klugheit sind die Eigenschaften, die wir für den Neunten Schritt brauchen.
Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen, S. 78
Wiedergutmachung kann man auf zwei Arten betrachten: Erstens im Sinne von Schadensbehebung: Wenn ich den Zaun meines Nachbarn beschädigt habe, bringe ich ihn wieder in Ordnung, und das ist dann direkte Wiedergutmachung. Die zweite Art ist, mein Verhalten zu ändern, denn wenn meine Handlungen jemanden verletzt haben, bemühe ich mich täglich, nicht noch mehr zu verletzen. Ich bringe mein Verhalten in Ordnung, das ist eine indirekte Wiedergutmachung. Was ist das beste Vorgehen? Das einzig richtige Vorgehen ist, beides zu tun, vorausgesetzt, dass ich dadurch nicht noch mehr Schaden verursache. Wenn Schaden entstanden ist, bringe ich mein Verhalten in Ordnung. So zu handeln ist ein sicherer Weg zu ehrlicher Wiedergutmachung.
Lg. Hans G24h
Hallo Petra
Nachträglich wünschen wir dir alles Gute zu deinem AA-Geburtstag. Für mich ist es eine Wertschätzung, wenn jemand einen AA-Geburtstag feiert, ein paar Zeilen in die Homepage zu schreiben. Ich werde diesen Brauch auch weiterhin pflegen.
Jahres Geburtstag unserer AA- Freunde: Tag eins im Meeting ohne Alkohol
Jede Reise beginnt mit dem 1. Schritt und meine Trockenheit beginnt damit, dass ich irgendwann keinen Alkohol mehr getrunken habe und ich irgendwann in meinem 1. Meeting saß. Nur für Heute – einen Tag leben ohne zu saufen – das war mein Neubeginn und es gab viele Heute, welche nicht gerade einfach waren. Dabei half es mir, nur diesen Tag zu leben. Ich freue mich daher, wenn ein Neuer oder eine Neue ein Heute wagen, dass gänzlich anders ist als das was zuvor war. Das 1. Heute ohne zu saufen – so haben wir alle begonnen und die Neuen helfen mir dabei mich zu erinnern. Das hilft mir, dass ich nie vergesse in welcher Hölle ich einst saß. Dort möchte ich nie wieder hin.
Jeder kann, wenn er will einer AA-Freundin oder AA-Freund zum AA- Geburtstag gratulieren.
Lg. Renate und Hans G24h
Meine liebe Petra, es ist Zeit an einen Ehrentag zu denken und 6 Jahre ohne Alkohol ist so ein Ehrentag für dich.
Ein Weg der dir mit den 12 Schritten und nur für heute ein Leben voller Höhen und Tiefen beschieden hat aber Stärke kommt nicht vom Gewinnen.
Wenn du durch schwierige Lebenslagen gehst und entschieden hast nicht aufzugeben.
Dann besitzt du Stärke. Du hast dich dafür entschieden nicht aufzugeben und für das Leben so anzunehmen, wie es ist. Ich bewundere dich für diese Stärke und gehe mit dir denn Weg gemeinsam. Ich liebe Dich mein "Schatz" und gehe mit dir durch das Leben.
So wie wir immer sagen, wie lange? Bis zum Ende.
Dein Ehemann Franz
Der Neunte Schritt ist also nichts für den Anfang, weil wir noch nicht argumentieren können und weil die anderen uns noch mit zu großem und allzu berechtigtem Misstrauen gegenübertreten. Dennoch sind wir unbewusst mit jedem Tag, den wir fortgesetzt alkoholfrei verbringen, im Neunten Schritt tätig. Wir machen wortlos wieder gut, indem wir das uns und andere in Erstaunen versetzende Wunder vollbringen, einen Tag nach dem anderen trocken zu bleiben. Wir spüren förmlich, wie dies kritisch und ängstlich beobachtet wird und wie mit jedem Tag auch bei den Angehörigen Sicherheit, Zuversicht und Freude wachsen. Mit nicht ganz so großer Anteilnahme, aber doch für uns spürbar, wird diese unsere Anfangs-Entwicklung auch am Arbeitsplatz und im Bekanntenkreis verfolgt.
"Prima", mag jetzt jemand einwenden, "dieser Neunte Schritt ist ja bequem; er vollzieht sich von selbst, wenn ich nicht trinke". - So einfach ist es allerdings nicht. Durch unsere fortgesetzte Abstinenz bereiten wir das Feld vor, auf dem dann zu gegebenem Zeitpunkt im Sinne des Neunten Schrittes zu arbeiten ist. Unsere bis dahin schon etwas stabilisierte Trockenheit hat das Klima verbessert, in dem die dann notwendigen Gespräche zu führen sind.
Im Achten Schritt haben wir auf einem Stück Papier die Namen derer festgehalten, die durch unser Trinken zu leiden hatten. Auf diesem Zettel sind Personen verzeichnet, die durch das Leben an der Seite eines Alkoholkranken zwangsläufig in Mitleidenschaft gezogen waren. Da stehen weiter Namen von Personen, mit denen wir zwar nicht so eng zusammengelebt haben, denen wir aber im Verlauf unserer Krankheit bewusst oder unbewusst Mehrarbeit, Ärger oder Schaden zugefügt haben. In der ersten Gruppe der Geschädigten stehen also die Lebenspartner und die weiteren Familienangehörigen; in der zweiten ist einzuordnen das weite Feld der Arbeitswelt und des Bekanntenkreises.
Lg. Hans G24h
Dieser Schritt ist schwer für mich. Am liebsten möchte ich einen Strich unter die Vergangenheit machen und ganz neu anfangen.
Das kann ich mir als Alkoholiker nicht leisten. Die Vergangenheit würde mich dann immer wieder belästigen. Ich will Ordnung machen, die Schulden bezahlen, wenn welche da sind, den Schaden, den ich an Sachen verursacht habe, wieder gut zu machen. Ich will die Menschen, die ich enttäuscht habe zeigen, dass ich nun anders bin. Ich will jene Menschen, die ich schwer beleidigt habe, um Verzeihung bitten. An der Stelle stehen meine Angehörigen, dann meine Freunde und Arbeitgeber, die ich so oft enttäuscht und im Stich gelassen habe. Diese Schritte helfen mir, die mitmenschlichen Beziehungen wieder herzustellen. Nach allem, was geschehen ist, kann ich, nachdem ich mit dem Trinken aufgehört habe, nicht einfach weitermachen, als ob die Vergangenheit nie gegeben hätte. Sicherlich kommen Regungen hoch, die sagen: Die anderen waren ja auch böse zu mir. Das mag schon stimmen. Vielleicht werden auch sie sich einmal bei mir entschuldigen, wenn ich erst alles einmal gut gemacht habe. Die Gutmachung kann nicht über Nacht geschehen. Ich brauche viel Zeit und Geduld. Der Weg der Wiedergutmachung ist lange und schwer. Der AA-Weg ist ja nicht ein Tages-sondern ein Lebensprogramm. Die Hauptsache ist, dass ich bereit bin, den Schaden, den ich angerichtet habe, wieder gut zu machen und die Menschen, die ich beleidigt habe, um Verzeihung zu bitten. Gott gebe mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht mehr ändern kann. Vieles kann ich leider nicht mehr gut machen.
Lg. Hans G24h
Trockenheit ist nötig, um nüchtern werden zu können.
Immer wieder werden mir die Augen geöffnet, um mich zu erkennen und respektvoll mit mir und meinen Mitmenschen umgehen zu können. Unser Programm- so sagte einmal ein AA-Freund sei ein Sickerprogramm. Es wirkt, wenn wir daran arbeiten. Als ich begonnen habe, Beiträge zu schreiben meinte ein Freund zynisch. Ich glaube du machst jetzt Karriere bei den Anonymen Alkoholikern. Wahrscheinlich hat er es nicht verstanden, dass ich gerne mache und durch meine Erfahrung andere helfen kann. Die AA ist mein zweites Leben geworden. Nüchtern zu werden und etwas annehmen zu können, das geht nur durch unser Lebensprogramm. Es ist eine harte Arbeit, aber es lohnt sich. Außerdem halte ich mich an die Gewinner, die mir zeigen, wie es geht, das Leben zu meistern. In der AA kann man wirklich nichts werden-außer nüchtern und dadurch ein anderer Mensch. Jeden geht Tag bin ich von ganzen Herzen dankbar, den Weg dorthin gefunden zu haben. Ich hoffe, dass euch auch so geht.
Lg. Hans G24h
Zugriffe: 223416
Das sind in 24 Stunden um die 35 bis 45 Zugriffe, da sieht man das es sich lohnt
immer wieder weiter zu schreiben und zu teilen.
Möchte mich bei allen recht Herzlich bedanken die am gelingen unserer Homepage mitarbeiten und uns immer wieder auch mit neuen Beiträgen und Ihrer Hilfe unterstützen, denn Gemeinsam sind wir stark.
Lg. Hans G24h
Ein neues Leben
Ist Nüchternheit alles, was wir vom geistigen Erwachen erwarten? Nein, Nüchternheit ist nur ein dürftiger Anfang; sie ist nur das erste Geschenk des ersten wachten Wachwerdens. Wollen wir mehr Geschenke erhalten, müssen wir wach bleiben. Je länger das anhält, desto mehr können wir Stück für Stück das alte Leben, das nichts taugte, beiseitelegen, denn das neue Leben kann und wird funktionieren; ganz gleich unter welchen Umständen. Ob wir in dieser Welt Erfolg oder Pech, Leid oder Freude, Krankheit oder Gesundheit haben oder gar den Tod erleben – wir können ein neues Leben voll unendlicher Möglichkeiten führen, wenn wir bereit sind, im Leben die zwölf AA-Schritte zu praktizieren.
Lg. Hans G24h
Um ein selbst bestimmtes und bewusstes Leben zu führen zu können, galt es zu erkennen, dass ich selbst für mein Leben verantwortlich bin, ich selbst treffe die Entscheidungen in meinen Leben und stehe dazu und lasse den einen oder anderen Fehler zu. Ich bin dafür verantwortlich, dass es mir gut geht, dass ich meine Ziele und Wünsche erreiche, um ein erfülltest und zufriedenes Leben zu führen. Ich bin dabei, in kleinen und großen alltäglichen Schritten Eigenverantwortung zu übernehmen. Ich darf Fehler machen, aber daraus lernen. Ich kann meine Angst vor der Verantwortung dadurch verändern, dass ich ständig versuche positiv zu denken.
Vor vielen trockenen 24 Stunden habe ich meine Lebensfreude zurückbekommen, die all die Jahre in der Saufzeit verdeckt war. Ich bin wieder interessiert an Dingen, die ich früher nicht mehr gesehen habe.
Verantwortung übernehmen heißt für mich auch immer wieder für jeden da zu sein der Hilfe braucht, auf den Weg seiner Genesung es zu schaffen ohne Alkohol zu Leben.
Lg. Hans G24h