Forum Einträge



Das Belohnungstrinken
Mo 19 Jul 2021 22:00

Das Belohnungstrinken ist mir nur zu gut bekannt, genauso wie das Stress-Trinken. Einen Grund habe ich immer gefunden. Das Suchtgedächtnis verband halt schöne Situationen immer mit dem anschließenden Genuss von Alkohol. Diese Verknüpfung gilt es zu durchbrechen. Das dauert eine Weile und geht nicht von jetzt auf gleich. Das Suchtgedächtnis funktioniert wie ein Art Software, die in unserem Hirn aufgespielt ist. Leider ist sie in einem Teil des Hirns gespeichert, der sich mit dem Willen allein nicht immer steuern lässt. Diese Software lässt sich auch nicht deinstallieren, sondern muss durch ein anderes und besseres Programm überschrieben werden. Dennoch zuckt die alte Software ab- und an und bringt das neue Programm ins Ruckeln.
Das neue Programm beinhaltet, dass schöne oder stressige Situationen nicht zeitnah mit Alkohol belohnt oder betäubt werden. Durch die ruckelige Übergangsphase musste ich auch durch. Da war ich beileibe kein Einzelfall.

Wolfgang


Immer Achtsam bleiben.
Di 20 Jul 2021 7:22


Ich lebe heute trocken, denke aber dennoch, dass die Arbeit in den Schritten nicht aufhört. Unsere Krankheit bringen wir ja lediglich zum Stillstand und können sie nicht heilen. Und aus dieser Erkenntnis heraus, schaue ich sehr genau, wo ich mich aktuell befinde. Ob ich noch den Abstand zum Alkohol habe, den ich will oder ob ich irgendwo dabei bin, ihn zu verringern. So eine Art Standortbestimmung. Halte ich für sehr wichtig und im Gegenteil nicht für übertrieben.

Was es heute anders macht, als ganz am Anfang, ich kann auf eine gewisse Erfahrung zurückgreifen. Mehr jedoch nicht. Eine längere Trockenheit schützt ja nicht automatisch vor einem möglichen Rückfall.

Lg. Hans G24h


ein Wendepunkt
Sa 17 Jul 2021 19:49
Es war ein Wendepunkt in unserem Leben, als wir die Demut suchten, weil wir sie begehrten - und nicht, weil wir sie unbedingt haben mußten.
Entweder wird der AA-Lebensweg ein Weg der Freude oder ich kehre in die Dunkelheit und Verzweiflung des Alkoholismus zurück. Freude überkommt mich, wenn meine Einstellung gegenüber Gott und Demut zu einem Wunsch und nicht zu einer Last werden. Die Dunkelheit in meinem Leben verwandelt sich in strahlendes Licht, wenn ich zur Erkenntnis komme, dass mein Leben voll Gelassenheit, Freude und Frieden wird, wenn ich aufrichtig und ehrlich mit meiner Inventur umgehe. Vertrauen in meine Höhere Macht vertieft meine Existenz, und ein Strom der Dankbarkeit durchzieht mein Leben. Ich bin überzeugt, daß Demut heißt, vertrauensvoll und aufrichtig mit mir selbst und Gott umzugehen. Dann nämlich empfinde ich Demut als etwas, das ich "ehrlich haben möchte", und nicht als etwas, "was ich haben muß".
(Aus Gedanken zum Tag)
Dem ist meiner Meinung nach nichts hinzuzufügen und bedarf auch keiner weiteren Erläuterung. Gelassenheit, Freude und Frieden kehren in einen ein, wenn man demütig sein kann, anderen dienen kann, ohne Erwartungen auf irgendwelche Gegenleistung....
Schicke euch ganz liebe Grüße von mir!
Gerhard


Nur für Heute
Sa 10 Jul 2021 13:50


24 Stunden Plan

Gott gebe mir heute die Gelassenheit,
heute Dinge hinzunehmen,
die ich heute nicht ändern kann,
heute den Mut, heute Dinge zu ändern,
die ich heute ändern kann,
und heute die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Lg. Hans G24h


Öffentlichkeitsarbeit
Fr 9 Jul 2021 7:22
Öffentlichkeitsarbeit Sache der Gruppe und nicht für die da oben….

In der 5. Tradition heißt es, dass die Hauptaufgabe jeder AA-Gruppe ist, unsere AA-Botschaft zum noch Leidenden zu bringen. Für mich heißt das, dass Kekse, Kaffee und gemütliches Beisammensein in der Gruppe sicherlich auch etwas Angenehmes oder Nützliches sind, aber nicht zum Hauptzweck der Gruppe reduziert werden sollen. Sicherlich ist es auch in solch einem gemütlichen Rahmen möglich, die AA-Botschaft weiter zu geben, aber es gibt noch viel mehr Möglichkeiten. Der eine ist fähig z. B. Info-Material in Kuverts geben, der andere fähig, sie wo hinbringen und abgeben, jeder kann seinen Hausarzt fragen, ob er im Warteraum Platz für Folder und/oder ein Plakat hat. Ein anderer wiederum ist geeignet, öffentliche Stellen anzurufen, zu informieren, wieder andere eignen sich dafür, Daten und Kontakte zu koordinieren oder Info-Veranstaltungen zu organisieren. Wieder andere werden dort dann wieder als Sprecher, fürs Buffet oder zum Sesselrücken gebraucht. So manche ÖA-Aktivität sollte auch unbedingt untereinander koordiniert werden, macht das doch ein blödes Bild von den AA, wenn an ein und derselben Stelle verschiedene Leute von AA das gleiche anfragen. Klärende Gespräche sind wichtig, und ein ÖA-Sprecher hat sicher auch seinen Sinn. Braucht man doch eine Anlaufstelle für Allfälliges, denn nicht jeder fühlt sich in der Lage z. B. eine Anfrage vom Rundfunk oder aus einem Ministerium sachlich fundiert zu bedienen.
Soweit ich unsere Literatur kenne, ist kein Platz für „die da oben“ vorgesehen. Wir sind alle gleich und dienen dem noch leidenden Alkoholiker. Manchmal kommt es sicherlich auch vor, dass die Krankheit manchen glauben lässt, er/sie sei „sie da oben“, und wieder andere glauben, sie müssten auf „diese“ mit dem Finger zeigen. Für mich ist beides einfach eine Methode, seine eigene Verantwortung nicht zu leben und für den noch Leidenden ist beides auch nicht sehr nützlich.
Ich glaube, wenn wir unser aller Fähigkeiten koordinieren und bündeln, können wir viel bewegen.

Christian, Alkoholiker, Österreich


schlechtes Gewissen
Do 8 Jul 2021 17:15
Super geschrieben Hans der 7. Schritt

Ich hab schon fast so etwas wie ein schlechtes Gewissen, hier immer mal wieder "aufzutauchen" und dann monatelang nichts von mir hören zu lassen .
Fing doch für mich mein Weg auch mit diesem Forum an !

Aber andererseits ,wenn mir nicht danach ist etwas zu schreiben, ich nichts zu sagen habe , dann zwinge ich mich auch nicht dazu .


Stimmt, die Achtsamkeit dürfen wir nicht verlieren !

Lg. Karin


zum 7. Schritt
Di 6 Jul 2021 13:04

Bereitschaft zur Demut
Demut heißt für mich, ich kann mich zurücknehmen, mich bei anderen nicht wichtigmachen. Ich kann bescheiden sein und muss mich nicht nach vorne drängen. Es bedeutet für mich auch, ich bin bereit, Situationen und Personen zu akzeptieren, auch wenn sie meiner Vorstellung nicht so sehr entsprechen. Das sagt sich leicht, ist aber keine leichte Übung. Da habe ich heute noch zu knabbern, selbst nach einigen Jahren Trockenheit. Auch in den Gruppen wird viel über Demut gesprochen. Das ist mir verständlich, ist Demut doch eine wichtige Voraussetzung für mich als Alkoholiker zur eigenen Genesung. Ohne Aufrichtigkeit im weitern Verlauf meiner Trockenheit könnte ich nicht im Programm der 12 Schritte leben. Diese Erfahrung versuche ich heute weiterzugeben, das Ergebnis habe ich allerdings nicht in der Hand, wie und was jeder daraus macht und umsetzt ist seine Sache. Heute gehört also ein gewisses Maß an Demut zu meinem Leben. Demut will aber gelernt sein. Dazu gehören viele Meetings, meine Inventur, die sogenannte Arbeit in den Schritten und viel Zeit und Geduld mit mir selbst waren notwendig.
Heute nach über drei Jahrzehnte Trockenheit, verstehe ich diesen Satz immer besser, und dafür bin ich dankbar. Durch das Dienen bekomme ich viel zurück, nämlich mein trockenes Heute und zunehmende Nüchternheit. Für mich bedeutet Demut auch Mut. Mut zum Dienen, Mut zur Veränderung, Mut, Verantwortung zu übernehmen,
Mut mich zu Erkennen und zurückzunehmen, wenn es notwendig ist.
Aber auch Mut, über diese Dinge zu reden, mich zu öffnen und weiterzugeben, was ich selbst bekommen habe.

Lg. Hans G24h


Schöne Zeit
Di 6 Jul 2021 8:11

es wird wohl hier kaum jemand von sich behaupten, eine "schöne" Zeit hinter sich zu haben.
Und fast alle haben sich doch, ob nun persönlich, finanziell oder gesundheitlich, das Leben selbst zur Hölle gemacht ohne es richtig war haben zu wollen. Das ist bei mir auch nicht anders.
Wenn man dann wieder ohne diese Probleme leben kann, merkt man doch erst, was man alles verpasst hat. Den einen macht so etwas schon fertig, den anderen weniger. Sicher zähle ich da zur zweiten Gruppe. Ich habe wieder etwas aus meinem Leben gemacht, es war zwar ein harter Weg aber ich habe es nicht bereut. Die schlimmste Zeit war gleich im Anschluss an die Kur, als ich ohne Job dastand. Aber das dauerte nur ein halbes Jahr. Schon bei dem Lehrgang der von meinem neuen Arbeitgeber gefordert wurde, habe ich gemerkt, dass ich nicht irgendwie "abgestempelt" werde. Obwohl alle von meinem Vorleben wussten.
Und um als Gerüstbauer arbeiten zu können wird man körperlich fast so durchgecheckt, als wolle man Pilot werden. Damit hatte ich also auch kein Problem.
Nach knapp zwei Jahren war ich dann auch noch alle Schulden los, die sich angesammelt hatten.
Dass es nicht so einfach werden würde, eine neue Partnerin zu finden, war mir schon klar. Erschwerend kam ja noch dazu, dass der Job im Ausland ist und ich nicht regelmäßig an den WE frei habe.
Ich bin jetzt wohl ein wenig vom Thema abgekommen.
Sicher wird es wohl mit der Erinnerung daran zusammenhängen. Und wenn es so ist, soll es so bleiben. Rückgängig machen kann ich es zwar nicht, verdrängen will ich es nicht, nur anders machen.
Und das ist mir, bis jetzt, ganz gut gelungen.

Toni


Der 7.) Schritt
Mo 5 Jul 2021 8:42

Demütig bat ich ihm, meine Mängel von mir zu nehmen.

Der Demütige lässt sich gerne helfen, der Stolze will alles selber tun. Mein Demütiges ICH ist ganz tief überzeugt, dass meine Willenskraft versagt hat, das ich mich aber auf meine AA-Freunde verlassen kann. In diesen Augenblick, in dem ich einen Berg von Schwierigkeiten und Versprechungen vor mir herschiebe, um sie einmal später einmal zu lösen, verlasse ich mich ganz auf mich selber und ich komme auch nicht weiter. In dem Augenblick an dem ich selber zugebe, dass ich aus eigener Kraft mit meinen Leben nicht mehr fertig werde, öffne ich mich in meiner Gruppe oder meiner Höheren Macht. Wo die Not am größten ist, ist die Hilfe der Gruppe oder AA-Freunden am nächsten. Demut hat mit MUT zu tun. Ein bisschen mehr Achtung vor den Mitmenschen habe ich gelernt. Ich selber durfte vom hohen Ross heruntersteigen, oder ich wurde unsanft herunter geholt. Auch durfte ich lernen, dass einen Macht grösser als wir selbst mir meine Geistige Gesundheit zurückgegeben hat.

Lg. Hans G24h


Ständig wachsender Frieden
So 4 Jul 2021 16:12

Mit dem Siebten Schritt ändern wir unsere Einstellung. Mit Hilfe der Demut treten wir aus der Enge unseres Ichs hin zu den anderen und hin zu Gott.

Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen, S. 71

Als ich schließlich Gott bat, alle Dinge, die mich von Ihm und dem Licht der Erkenntnis trennten, hinweg zunehmen, ließ ich mich auf ein Abenteuer ein, das wunderbarer war, als ich es mir je vorgestellt hatte. Ich erfuhr Befreiung von jenen Eigenschaften, in die ich mich verstrickt hatte. Wegen dieses Schrittes der Demut fühle ich mich frei. Ich bin mir besonders dieses Schrittes bewusst, weil ich nun für Gott und meine Nächsten nützlich sein kann. Ich weiß, dass Er mir die Kraft gab, Seinen Willen zu tun und mich auf alles und jedes vorzubereiten, was mir heute begegnet. Geborgen in Seinen Händen danke ich für das Glück, heute nützlich sein zu können.

Aus dem Buch „Heute. Gedanken zum Tag“ (Originaltitel: Daily Reflections).
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