Auch ich neige dazu, alles gleichzeitig angehen zu wollen. Verheddere mich, überfordere mich, drehe mich im Kreis.
Ich übe mich gerade darin, mal loszulassen. Mir selbst soweit zu vertrauen, dass ich den jeweiligen Gedanken zur rechten Zeit schon wieder aufgreifen werde oder eben nicht. Davon wird die Welt nicht untergehen. Dabei hilft auch aufschreiben. Stimmt. Und ich hab jetzt schon das ein oder andere mal festgestellt, dass dieses Loslassen wirklich hilfreich ist, weil es Abstand und damit einen klareren Blick verschafft. Und der bringt mich dann weiter. Dann aber auch zu registrieren, dass ich weiter gekommen bin und mir dafür mal selbst auf die Schulter klopfen. Darauf muss ich noch achten, denn oft hänge ich dann schon wieder am nächsten Thema und hab das Gefühl, gar nichts auf die Reih zu bekommen.
Gute 24 St. Toni
Bei Kopfkino mir hilft auch spazieren
gehen, Sport treiben, Telefonieren, etwas
spielen, kochen, also irgendwie beschäftigen.
Auf gar keinen Fall in Lethargie verfallen
und grübeln.
Lg. Wolfram
Stell dir mal vor die Mücke auf deinem arm würde zum Elefanten, das wäre ganz schön unangenehm und vor allem sehr schwer!!!!! Ich kenne es auch nur zu gut, diese plagenden Gedankenmühlen, die immer wieder das gleiche durch meinen Kopf kreisen und nichts dabei rauskommt. Daher ziehe ich es vor sie als Hamsterräder zu bezeichnen.
Zuerst mal versuchen die Rolle des Beobachters einzunehmen ist schonmal ganz hilfreich. Auch ich greife dann gerne Mal zum Blatt Papier und schreibe mir alles von der Seele. Wenn’s aufgeschrieben ist brauche ich es ja auch wirklich nicht noch einmal zu durchdenken. Also hinterfrage ich auch meine Gedanken. Macht es überhaupt so viel Sinn sich über gewisse Dinge so viel Gedanken zu machen. Raubt es mir nicht einfach nur meine Energie? Das tut es in der Tat meistens. Es raubt mir die Energie und verschafft mir dazu noch schlechte Gefühle. Aber ich selber habe es in der Hand diese zu verändern. Aber dazu muss ich auch irgendetwas in meinem Leben verändern. Sonst bleibt alles beim Alten und das Karussell dreht sich weiter.
Sicher gibt es keine Pauschaltipps, hängt ja eben auch davon ab 'worum' sich die Gedanken im konkreten Fall drehen.
Eure Meinung hilft in diesen Fall den Fragesteller (Steff)
Lg. Wolfgang
Die ersten Jahre bei AA waren geprägt vom schlechten Gewissen. Obwohl meine Kinder mir immer wieder sagten, sie hatten eine gute Kindheit. Aber immer wieder war die Vergangenheit präsent. Heute nicht mehr ich weiß, dass ich die Vergangenheit nicht ändern kann. Da nützt das Ganze Grübeln nichts.
Lg. Renate G24h
Aus einer alten Weisheit
Der Vater sagt zu seinem Sohn: “In jedem von uns tobt ein Kampf zwischen zwei Wölfen. Der eine Wolf ist böse und kämpft mit Hass, Selbstmitleid und allen anderen negativen Gefühlen. Der andere Wolf ist gut und kämpft mit Liebe, Hoffnung und allen positiven Gefühlen”. Der Sohn fragt: “Welcher von den beiden Wölfen gewinnt?“. Der Indianer antwortet
“Der, den du fütterst”.
Mit der Geschichte wird der Punkt vielleicht deutlicher. Je mehr Aufmerksamkeit du einem Gedanken schenkst, desto größer und stärker wird er. Alles beginnt bei dir und ist bis zum Ende in deinen Kopf, auch wenn es nicht so scheint.
Beobachte das nächste Mal, wie ein Gedanke in deinen Kopf tritt und du ihn fütterst mit Aufmerksamkeit.
Nur du kannst dieses KOPFKINO stoppen, also die Entscheidung liegt bei dir.
LG: Hans wünsche 24h
Hallo,
ich bin der Steff aus Tirol, bin seit 9 Monaten trocken, es geht eigentlich ganz gut und ich muss nicht trinken. Hab auch schon mehrere Feiern problemlos überstanden, was sich auch gut anfühlt.
Wenn da nicht die ständige Grüblerei wäre, das vor allem was meine Gesundheit angeht. Mit meinen 46 Jahren fühle ich mich körperlich ganz okay, mache auch etwas Sport, wenn ich mich dazu aufraffen kann.
Aber meine Gedanken schweifen immerzu ab - obwohl mein Arzt vor 6 Monaten bei einer Gesunden Untersuchung mir versicherte dass mit mir alles in Ordnung ist. Jetzt erst wird mir so richtig bewusst dass ich meine Gefühle früher betäubt habe und nach dem Trinken zwangsläufig andere Dinge wieder gutzumachen hatte....
Habt ihr Erfahrungen wie ihr mit dem Grübeln umgeht? Ja ich bin auch an sich gläubig, nur das letzte Vertrauen in die Höhere Macht ist halt auch (noch) nicht immer da ....
GLG
Steff
Entscheidend ist für mich, dass man ein Bewusstsein erlangt das einem erkennen lässt, dass der Alkohol im eigenen Leben überhaupt keinen Sinn mehr hat. Das man wirklich aus fester Überzeugung sagen kann: Ich vermisse nichts! Denn wenn man sich das genau überlegt, dann vermisst man ja nie den Alkohol an sich, sondern immer die Wirkung die er ausgelöst hat. Man vermisst die Stimmungen, die Gefühle, die durch ihn erzeugt wurden. Man verbindet damit positive Erinnerungen. Man verdrängt dann dabei natürlich die Wirkung. Ziel sollte es also sein, alle diese Gefühle, diese positiven Erlebnisse, die man mit Alkohol verbindet, auch ohne zu erreichen. Und das geht, das geht sogar sehr gut. Ich sage, das geht sogar noch viel besser! Braucht bisschen Zeit, braucht Arbeit an sich selbst, braucht vielleicht auch eine Veränderung der Lebensweise.
Wenn man zwar ohne Alkohol lebt, jedoch (noch)nicht zufrieden damit ist, dann hat man das Ziel noch nicht erreicht. Dann muss man noch ein Stück des Weges gehen, noch ein paar Schräubchen drehen, noch ein paar Veränderungen vornehmen. Nur eines muss man nicht: dem Druck nachgeben und wieder trinken. Denn dann ist es ein großer Fehler.
Wenn ich das jetzt so schreibe, dann könnte man vielleicht das Gefühl bekommen: Na der hat halt auch ganz viel Glück gehabt, sicher das stimmt, aber es war oft ein Steiniger Weg, der hat sich bis heute gelohnt.
Lg.Hans wünsche G24h
Den Saufdruck hat mir der 5. Schritt genommen. Bin dem Alkohol gegenüber gleichgültig geworden, da nichts mehr da ist, was mich bedrückt. Als jetzt meine Eltern gestorben sind, habe ich nicht eine Sekunde daran gedacht, etwas zu trinken. Die Wahrheit und Tatsachen sind erträglich und dem Menschen zumutbar.
Gruß Gerhard
Mich endlich selbst in die Pflicht zu nehmen, hat mir geholfen. Kein "man", kein "wir", sondern ich.
Ein Bild einer kaputten Leber hätte mich nicht beeindruckt. Mir half, in Gesprächen und beim Schreiben bewusst zu machen, sozusagen im Austausch, wie wichtig mein sofortiger Ausstieg aus dem Alkoholkonsum für mich war. Danach richtete ich aus, was ich bereit bin zu tun. Ich befreite nicht nur mich vom Alkohol, sondern auch meine Wohnung, meinen Alltag (soweit ich das beeinflussen kann) und meine Freizeitaktivitäten (die ich ziemlich gut beeinflussen kann). Trockenwerden war für mich ein aktiver Prozess, bei dem ich mit meinem Tun und Unterlassen im Mittelpunkt stehe. In meiner Freizeit war deshalb immer wieder die Frage, was ich tun kann, um Saufdruck gar nicht erst entstehen zu lassen. Für mich war NICHTS TUN ein zu großes Risiko. Also was kann ich Heute für mich und AA tun? Es fängt an mit Kleinigkeiten: Wo sind meine Aufgaben? Was wurde mir in AA Geschenkt? Gebe ich es weiter ohne etwas dafür zu erwarten.
ES funktioniert:
Sie standen da und fragten sich warum? und nur einer meinte: warum nicht.
LG. Hans wünsche G24h
Nachdem ich mehrere Jahre tagein-tagaus jeden Morgen an den Folgen meines Alkoholmissbrauchs gelitten habe, und es mir immer schlechter ging, da wuchs der Wille etwas zu verändern. Ich habe es einfach nicht mehr ertragen, ich war körperlich und seelisch völlig am Ende! Es war einfach der Zeitpunkt gekommen und mir war bewusst, wenn ich jetzt nichts ändere, dann nie mehr! Das hat mir Stärke gegeben! Ich will da nie wieder hin, diese Zeit war einfach schlimm und es ging so einfach nicht weiter! Es hat sich gelohnt!
Ich wünsche Jedem den richtigen Zeitpunkt!
LG. Wolfgang