Vor ca.3 Jahren hatte ich ein Vorstellungsgespräch bei einer Firma.
Im Zuge des Gesprächs kam auch die Sprache auf Alkohol und meine Gesprächspartnerin meinte zu mir: Wenn ich sie so anschaue glaube ich sie haben ein Problem und trinken zu viel. Wenn sie diese Arbeit haben wollen, müssen sie zuerst etwas gegen ihre Sucht machen. Kommen sie wieder, wenn sie ihr Problem im Griff haben, dann sehen wir weiter. Ich wusste ja selber dass ich zu viel trinke. Es gab ja auch in der Familie des öfteren Streit deswegen. Aber bis zu diesem Zeitpunkt konnte ich es nicht eingestehen, dass es so ist.
Nach diesem Gespräch fuhr ich aufgewühlt mit dem Bus nach Hause und mein Entschluss stand fest!
Ich gestand mir zum ersten Mal ein das ich ein Alkoholproblem hatte.
Als ich zu meiner Familie nach Hause kam, berichtete ich vom Vorstellungsgespräch und eröffnete ihnen dass ich gegen meine Krankheit etwas machen werde.
Mein damaliger Mann sagte mir ich soll nicht lächerlich sein, das hast du ja schon so oft gesagt und nichts gemacht.
Nur dieses Mal sollte es anders sein.
Ich machte mir einen Termin bei meinem Hausarzt und sprach mein Problem offen und ehrlich an. Ich bekam einen Termin zur Entgiftung, die eine Woche dauerte und anschließende eine Langzeittherapie in Bad Hall 6 Wochen.
In Bad Hall hatte ich meinen ersten Kontakt mit den Anonymen Alkoholikern die dort ein Informationsmeeting gehalten haben. Nach dem Meeting hatte ich die Möglichkeit mit den Leuten von AA zu sprechen. Ich erkannte das ich es ohne Unterstützung nicht schaffen werde trocken zu bleiben und versprach in die Gruppe zu kommen. Als Erwiderung hörte ich von der Frau:“ Versprich nichts komm einfach.“
Nach sechs Wochen wurde ich entlassen und am Abend des gleichen Tages, führte mich mein Weg zum Meeting der Anonymen Alkoholiker. Das war der 7.September 2018.
Ich wurde freundlich empfangen mit den Worten: „Schön das du da bist, setze dich, willst du einen Kaffee.“
In meinem Inneren war ich aufgewühlt und mir ging es schlecht, doch diese Worte waren Balsam für meine Seele. Ich durfte spüren das hier Leute sitzen die meine Krankheit verstehen und mich auch so behandelten. Das war ja weder in der Familie noch in meinem damaligen Freundeskreis der Fall.
Das Meeting begann und es wurden Lebensgeschichten von den Teilnehmern erzählt und auch wie sie es schafften die Sucht zu besiegen. Ich hörte von den 12 Schritten und Traditionen die ihnen helfen das Leben wieder zu meistern. Das Programm der AA.
Nach dem Meeting ging ich mit vollem Kopf nach Hause und dachte die gesamte Woche an das Meeting und an die, die es geschafft hatten mit der Hilfe der Gruppe trocken zu werden und auch zu bleiben, denn das wollte ich auch erreichen, ohne Alkohol zu leben.
Von diesem Tage an ging ich regelmäßig am Freitag in die Meetings der AA und seit Oktober auch an einem Sonntag. Ich brauche das Meeting für mich und es tut mir gut.
Seit dem ersten Meeting das ich besuchte brauche ich nicht mehr zu trinken, es war nicht immer leicht das durchzustehen aber der Weg hat sich gelohnt.
Ich werde die Meeting der AA immer brauchen um meinen eingeschlagenen Weg fortzusetzen und bin heute sehr dankbar das es die Anonymen Alkoholiker gibt wo ich mit Freunden Erfahrung, Kraft und Hoffnung Teilen kann.
Petra Alkoholikerin
Wen man die Alkoholsucht vor langen Jahren erlebt hat, lernt man auch das Leben besser zu schätzen.
Es sind nicht mal die großen Dinge, sondern die vielen kleinen Dinge, die mir das Leben schön erscheinen lassen. Die Blume am Straßenrand oder das Reh auf der Wiese.
Heute sehe ich sowas, früher war es mir egal.
Lg. Hans wünsche G24h
Jede Alkoholwerbung im Fernsehen habe ich schon als Entschuldigung für mein Trinkverhalten hergenommen: was beworben wird, kann doch nicht zu einer Krankheit führen, sonst wäre es doch gar nicht erlaubt. Der einsame Cowboy aus der Kinowerbung darf ja schließlich auch nicht mehr über die Leinwand in den Sonnenuntergang reiten, weil Rauchen der Gesundheit schadet. Erst als ich für mich die Entscheidung traf, dass ich ein Problem mit meinem krankhaften Alkoholkonsum habe, erst da konnte ich auch Hilfe annehmen. Wobei ich persönlich der Meinung bin, dass das Trinken nur ein Symptom für eine andere seelische Erkrankung ist. Ich konnte so unheimlich viel damit deckeln. Ich denke, dass diese Fähigkeit zu seinen Schwächen zu stehen und daran zu arbeiten mit zunehmender Trockenheitsarbeit erlernbar ist. Aber auch da sage ich: jeder hält es anders - manche machen überhaupt keine Trockenheitsarbeit, verbleiben in ihren süchtigen Strukturen und bleiben trotzdem über Jahrzehnte abstinent.
Es gibt nichts, was es nicht gibt.
Grüße JOSEF
Einige haben es bis jetzt geschafft und viele sind in der Zwischenzeit rückfällig geworden.
Wenn ich mir die Geschichten und die Leute dahinter anschaue, dann fällt mir auf, dass die jenigen welche rückfällig geworden sind, oft die Schuld bei den anderen suchen. sei es das Arbeitsfeld, die Familie, die Freunde welche nicht so mitgespielt haben wie sie es sich gewünscht hätten. Bei denen die es bis geschafft haben, sieht es im Umfeld manches mal nicht viel besser aus, aber sie haben gelernt nicht zu jammern und das was sie ändern konnten, haben sie geändert und welches nicht, gelernt es zu akzeptieren.
Was will ich damit sagen:
Unterstützung ist sicher gut, aber laufen muss man selber.
Eine Therapie, eine AA-Selbsthilfegruppe, ein Psychologe. Ist nur so gut, wie ich das gelernte auch selber umsetze. Die Lebensgeschichte kann erklären wieso und warum ich in die Sucht abgerutscht bin. Aber entschuldigen kann ich dies damit nicht. nicht jeder welcher eine schwere Jugend, eine schwierige Ehe. Oder sonst was erlebt wird zum Alkoholiker.
Ich bin nicht gegen die Aufarbeitung des vergangenes um daraus für die Zukunft zu lernen. Aber dagegen sich hinter dem vergangenen zu verstecken und zu entschuldigen. Ich denke vielen würde es gut tun aus der Opferrolle rauszuspringen und die Verantwortung für das Geschehene anzunehmen, nicht um in Schuldgefühlen zu baden, sondern um auch die Verantwortung für das kommende zu übernehmen.
Nach dem Motto "nur die Harten kommen weiter"
Lg. Hans wünsche G24h
Für mich war es keine Schwierigkeit, für Tage, Wochen, Monate nichts zu trinken. Doch einmal angefangen, konnte ich schon in einer relativ frühen Phase meiner Trinkerkarriere oft und nur mit Mühe ein Ende vor Erreichen des Rauschs finden. Eine Form von Alkoholismus, meine Form von Alkoholismus. Eine sehr gefährliche, lebensgefährliche Form von Alkoholismus. Zwischen 1989 und 1992 führte ich für etwa drei Jahre ein alkoholfreies Leben. Im Laufe von etwa anderthalb bis zwei Jahren schlich sich mein altes Alkoholkonsum-Verhalten wieder ein. Das alte Muster.
Kapitulation. Das erste Glas stehen lassen. Den guten Austausch pflegen. Dies sind mir wichtige und grundsätzliche Säulen für meine Trockenheit geworden.
Ich stelle mir vor, hier von Zeit zu Zeit und in unregelmäßigen Abständen ein paar Zeilen zu schreiben. Ich möchte jedem Menschen, der hier liest, Mut machen, mit der Sauferei aufzuhören und sich auf den Weg zu machen. Der gute Weg lohnt sich. Auf meinem guten Weg habe ich Erfahrungen gemacht, sind mir Menschen begegnet, habe ich neue Herausforderungen angenommen, das alles wäre mir mit Alkohol nicht möglich gewesen.
AA-Freund Wolfgang
Das Forum ist meine Gruppe und Kraftort. Sie hat den Vorteil, dass sie immer geöffnet ist, ich hier zu jeder Tages- und Nachtzeit bei andere lesen kann, aus den Erfahrungen anderer lernen kann und mir von der Seele schreiben kann, was immer mich gerade beschäftigt. So funktioniert Austausch hier.
LG. Stefan …...
Vor einiger Zeit hat ein AA-Freund im Meeting gesagt er weiß noch genau WANN, WO er das letzte Glas getrunken hat. Das hat mich lange beschäftigt, denn ich weiß es auch noch ganz genau. Mit der letzten Flasche (ich brauchte kein Glas mehr) beförderte ich mich wieder einmal in die Psychiatrie. Bestimmt hatte ich mir eh wieder eingeredet nur einen Schluck, nicht mehr. In der Psychiatrie lernte ich dann zwei von den AA kennen. Diese Stunde Info -Meeting veränderte mein Leben. Heute bin ich viele 24 Stunden trocken und für mich das Wichtigste Erfahrung Kraft und Hoffnung weitergeben.
Lg. Renate G24Stunden
Ihr seht, dass es sich lohnt, dem Alkohol keine Chance mehr zu geben und immer achtsam zu sein - selbst nach so langer Zeit.
Ein trockenes Leben mit all seinen Höhen und auch Tiefen ist wunderbar und steht an erster Stelle!
Lg. Hans Wünsche G24h
Es sind Menschen wie Du und Hans, die mir von Anfang an den Mut gegeben haben, auf meinem Weg zu bleiben und durchzuhalten. Mir stand in den ersten Wochen staunend der Mund offen, wenn ich Euch erzählen hörte, die über viele Jahre trocken sind und dabei glücklich und zufrieden leben. Das hat mir in der Zeit, als mir noch völlig schleierhaft war, wie ich es schaffen soll, ohne den Stoff zu leben, sehr viel Kraft gegeben. Und auch gegenwärtig, wenn die wohl unvermeidlichen Tiefs kommen, bin ich von Herzen dankbar, dass ich mich an "alte Hasen" wenden kann, die das alles kennen und verstehen und mir immer wieder vormachen. ES GEHT!!
Liebe Grüße
Für mich ist wichtig, dass ich diese furchtbare Zeit der Abhängigkeit in meinem ganzen Leben nicht vergesse.
wünsche dir alles Gute zu deinem AA Geburtstag.
Genau heute vor 16 Jahren erlebte ich meinen persönlichen Tiefpunkt! Von da an ging´s wieder bergauf. Anfangs mühsam und beschwerlich. Ich konnte mir nicht vorstellen, ohne Alkohol zu leben. Früher habe ich gedacht, warum bin ausgerechnet ich Alkoholikerin, warum habe ich keine "normale Krankheit", die man heilen kann. Was soll´s!! Ich akzeptiere sie und lebe sehr gut damit. Nach wie vor bin ich hier im Forum unterwegs und lese mit zum Schreiben fehlt mir die Zeit (Ausrede). Am Ball bleiben, heißt meine Devise, denn ich meine, dass dies in unserem Fall der Schlüssel zum Erfolg ist.
Euch allen einen schönen Tag
Elisabeth